Geocaching mal anders

 

buecherschrank
Hinter einer Leitbake versteckt…

Vor einer Woche war ich im English Theater, um Venus in Fur anzuschauen.

Ich war verabredet und hatte noch etwas Wartezeit zu überbrücken, da ich frühzeitig angekommen war.

Mir fiel ein großer Glaskasten auf, in dem sich diverse Bücher befanden. Ich fragte mich, ob es wohl ein zentraler Punkt für  Bookcrossing  sein könnte. Ich ging näher, und stellte fest, dass es ein öffentlicher Bücherschrank für englische Literatur ist.

Vom Prinzip her ist es wie Bookcrossing: man kann Bücher einstellen und/oder Bücher entnehmen, aber der ganze Verwaltungsaufwand von Bookcrossing fällt weg.

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Brigitte Riebe – „Feuer und Glas – Die Verschwörung“

 

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Luca, das „Gegenstück“ zu Milla

Und munter geht es weiter. Die zweite Leserunde dreht sich um das Buch von Brigitte Riebe: Feuer und Glas – Die Verschwörung. Es ist der Folgeband von Feuer und Glas – Der Pakt.

Die Leserunde  war sehr lebhaft; auch die Autorin diskutierte eifrig mit.

 

Hier meine Bewertung (schon ausführlicher als die erste; so langsam komme ich in Schwung.  😉 )

 

Zum Inhalt:

Brigitte Riebe – „Feuer und Glas – Die Verschwörung“ – Heyne Fly

Das Buch knüpft an den ersten Band: Feuer und Glas – Der Pakt an. Wir befinden uns in Konstantinopel, a. D. 1509

Die Venezianerin Milla sucht mithilfe ihrer neuen Freunde Luca, Nikos und ein paar anderen nach ihrem verschollenen Vater Leandros, einem berühmten Glasbläser.

Dabei gerät sie zwischen die Fronten zweier Staaten – Venedig und Konstantinopel – die jeweils die Vorherrschaft im Mittelmeerraum anstreben.

Durch ihre Ignoranz der Sprache, Sitten und Gebräuche und ihr unbedachtes Vorpreschen bringt sie sich und ihre Freunde in Gefahr.

Meine Meinung:

Es empfiehlt sich sicherlich den ersten Band zu lesen, schon deswegen, weil er genauso gut und spannend ist wie dieser Band.

Ich denke jedoch, dass man dem Buch auch ohne Vorkenntnisse folgen kann; die relevanten Lücken werden durch kurze Rückblicke gefüllt, ohne jedoch den Leser, der den ersten Band kennt, zu langweilen.

Man lernt zusammen mit Milla ( beziehungsweise durch ihre Augen), der Protagonistin, Konstantinopel, die Sitten und Gebräuche des frühen 16. Jahrhunderts, und diverse neue Personen kennen.

Dadurch hat man zu keiner Zeit das Gefühl, ignorant zu sein – denn in der Regel wird man mit der Geschichte und allem was dazu gehört nicht sonderlich vertraut sein.

Brigitte Riebe schafft es meisterlich, ein Bild des Konstantinopel von 1509 entstehen zu lassen. Kleidung, Baderituale und Hof – und Harems-Etikette  werden lebendig, und vor dem inneren Auge entsteht ein farbenprächtiges Gemälde jener Zeit, es ist lehrreich ohne jemals belehrend zu sein.

Auch die politischen Ränke am Topkapi-Palast kommen nicht zu kurz; tatsächlich spielen sie eine große Rolle.

Millas Character ist sehr schön herausgearbeitet: die innerliche Zerrissenheit eines jungen Mädchens; die Unsicherheit einer ersten Liebe; die Aufmüpfigkeit und Unbesonnenheit eines  Teenagers, sind exakt beschrieben, so dass man sich gut mit ihr identifizieren kann – auch wenn man schon viel älter ist, sich aber noch an seine eigene Jugend erinnern kann.

Wer jetzt Lust auf Mehr bekommen hat findet am Ende des Buches ein Glossar, einen kurzen geschichtlichen Überblick, sowie eine Zeittafel vor.

Dadurch kann man die Ereignisse im Buch problemlos zeitlich einordnen und erfährt so ganz nebenbei noch ein paar historische Fakten.

Wer dann noch mehr wissen möchte hat hiermit genügend Stichpunkte und Namen an der Hand um auf eigene Faust zu recherchieren.

Fazit:

Ein rundum gelungenes Buch, das ich nur wärmstens empfehlen kann, nicht nur für Geschichts-interessierte.

Fünf von fünf Sternen.

Amazon

Leserunden

Michael Peinkofer: Das Vermächtnis der Runen

Dies war also das Buch das ich in meiner allerersten Leserunde auf Leserunden.de gelesen habe.

Es wurde viel diskutiert und gemutmaßt; aber keiner hat das Ende erahnen können.

Ich habe ein bisschen die schottische Geschichte recherchiert, zusätzlich gibt es im Nachwort noch ein paar historische Fakten.

Ich hatte mir das ebook besorgt, das dadurch positiv auffiel, dass es nicht von OCR_Fehlern strotzte.

 

Hier nun meine Meinung zu dem Buch.

 

Zum Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 1826. Der bankrotte Schriftsteller Sir Walter Scott ist im Jahr zuvor spurlos verschwunden und von seiner Familie flugs für tot erklärt worden.

Sein Neffe Quentin Hay ist zum Testamentsvollstrecker benannt worden und reist nun mit seiner Frau Mary von Amerika nach Schottland.

Mary hat Depressionen und Träume, die sie als Visionen deutet.

Auf der Überfahrt lernen Mary und Quentin ein paar andere Passagiere kennen, und es ereignen sich merkwürdige Dinge.

In Schottland angekommen, versucht Quentin die Finanzen seines verstorbenen Onkels zu durchleuchten.

Auf dem Landsitz Scotts, Abbotsford, geschehen seltsame Dinge die aufgeklärt werden müssen. Eine aufregende Jagd beginnt…

Meine Meinung:

Am Anfang des Buches wird man ziemlich oft durch Zeit und Raum geworfen, was etwas verwirrend ist.

Nach und nach erkennt man jedoch die Zusammenhänge zwischen Rückblenden und ‚Jetzt-Zeit‘.

Das Buch ist spannend und liest sich gut, auch werden alle losen Enden logisch verknüpft und die Rätsel aufgelöst.

Die handelnden Personen bleiben leider ziemlich ‚blutleer‘ — zum Beispiel erfährt man über Quentin nichts, außer dass er für eine Zeitung schreibt, der Neffe von Sir Walter Scott ist und mit diesem vor vier Jahren ein Abenteuer bestanden hat, und langsam aber sicher an der Ablehnung durch seine Frau verzweifelt.

Von Mary erfährt man schon etwas mehr, aber nicht genug um dem Charakter Tiefe zu geben.

Eine der Nebenfiguren, Serena, ist ganz interessant, verschwindet aber von der Bildfläche bevor man sie richtig kennengelernt hat.

All diese Dinge tun jedoch der Spannung keinen Abbruch, also wer Interesse an Geschichte hat die gut recherchiert und gut verpackt ist, ist mit diesem Buch gut beraten.

Auch zu finden auf Leserunden und auf VirtualCity.

Hauptsache: Lesen

Bücher

 

Ich bin mit Büchern groß geworden. Mein Vater war sehr streng und wir durften vieles nicht tun, aber wir durften lesen.

Diese Passion hat mich nie verlassen, obwohl es Phasen gab wo ich selten mal ein Buch für mich gelesen habe.

Dafür habe ich den Kindern vorgelesen und bin somit in die Gegenwartsliteratur für Kinder und Jugendliche eingestiegen.

Meine Kinder wurden größer und selbständiger, und ich hatte wieder Zeit für mich. Ich fing wieder an zu lesen — diesmal englische Bücher, denn die erscheinen direkt als Taschenbuch, was eine enorme Ersparnis war. Ein gebundenes Buch kostete hier im Schnitt DM 48 — dafür bekam ich ca vier oder fünf  englische Taschenbücher, je nachdem. (Gebundene Neuerscheinungen sind übrigens immer noch genau so teuer; sie kosten zwischen € 18 und € 24).

Ich wurde Mitglied einer Website in englischer Sprache, deren Hauptsache das Schreiben und Redigieren von Sachartikeln war. Ich tat beides ehrenamtlich (i.e. freiwillig und unbezahlt) für viele Jahre.

Mit dem Aufkommen von ebook readern entdeckte ich Project Gutenberg (PG), und somit die Distributed Proofreaders (DP).

 

ebook reader
Mein erster ebook reader

Dort bin ich seit nunmehr fast vier Jahren als Proofreader tätig; seit mehr als anderthalb Jahren auch als Mentor für Neulinge.

Natürlich blieb es nicht dabei. Irgendwann entdeckte ich Librivox (LV).  Auch dieser Service basiert auf der Arbeit von Freiwilligen (oder Ehrenamtlichen). Seit etwas mehr als einem Jahr lese ich also für LibriVox.

Man muss sich aber immer weiter entwickeln, also habe ich mich kürzlich bei einem deutschsprachigen Leseforum angemeldet.

Das Forum und die Literatur sind ausschließlich auf deutsch, was eine völlig neue Erfahrung ist.

Man liest gemeinsam Bücher, die in Abschnitte unterteilt werden. Dann diskutiert man das gelesene mit den Mitlesern/innen und den Autoren/innen.

Anschließend schreibt man eine Rezension des Buches.

Was mich hieran in erster Linie gereizt hat, war die Gelegenheit, deutsche Gegenwartsliteratur kennen zulernen.  Ich habe das über Jahre sträflich vernachlässigt, und mir ist dadurch sicher so einiges entgangen.

Mit etwas Glück kann man ein Exemplar der jeweiligen Leserunde gewinnen, zur Verfügung gestellt von den  Verlagen. Geht man leer aus, muss man nicht unbedingt € 20 oder mehr ausgeben, eventuell liegt das Buch als ebook vor, was in der Regel billiger kommt.

Bislang habe ich an zwei dieser Leserunden teilgenommen. Die Rezensionen werde ich in diesem Blog posten.  Meine Karriere als Rezensentin ist noch kurz. Bislang habe ich noch nicht viele Rezensionen verfasst , und fast alle auf englisch. Aber wie heißt es doch so schön: Übung macht den Meister.

Zwischendurch werde ich gegebenenfalls über DP und LV schreiben, da beides mir sehr am Herzen liegt.

Zum Schluss möchte ich noch auf einen Blog einer LV- und Lesebegeisterten hinweisen der mir sehr gut gefällt: Hauptsache Bücher von Hokuspokus.