Geocaching mal anders

 

buecherschrank
Hinter einer Leitbake versteckt…

Vor einer Woche war ich im English Theater, um Venus in Fur anzuschauen.

Ich war verabredet und hatte noch etwas Wartezeit zu überbrücken, da ich frühzeitig angekommen war.

Mir fiel ein großer Glaskasten auf, in dem sich diverse Bücher befanden. Ich fragte mich, ob es wohl ein zentraler Punkt für  Bookcrossing  sein könnte. Ich ging näher, und stellte fest, dass es ein öffentlicher Bücherschrank für englische Literatur ist.

Vom Prinzip her ist es wie Bookcrossing: man kann Bücher einstellen und/oder Bücher entnehmen, aber der ganze Verwaltungsaufwand von Bookcrossing fällt weg.

Ich war nicht sonderlich überrascht zu sehen, dass ca 50% der eingestellten Bücher auf deutsch waren.

Da fragt man sich doch, ob die Leute nicht lesen können (die Beschreibung des Zweckes ist zweisprachig – englisch und deutsch – angebracht) und deshalb ihre deutschen Bücher auf bequeme Art loswerden.

 

Wie auch immer. Ich entschied mich Christine Falls von  Bejamin Black  alias John Banville mitzunehmen.

 

Nach dem (übrigens fantastischen) Theaterstück wieder zu hause angekommen, recherchierte ich über den Bücherschrank. Zu meinem Erstaunen fand ich heraus, dass in der ganzen Stadt verteilt ca 28 dieser öffentlichen, rund um die Uhr geöffneten, „Büchereien“ stehen.

Natürlich gibt es keinen davon in meinem Stadtteil, denn das hätte ich mitbekommen. Da ich aber selten mal in anderen Stadtteilen bin, hatte ich von diesen Bücherschränken keine Ahnung.  Der vor dem English Theatre ist erst seit Oktober letzten Jahres da, sonst hätte ich den zumindest schon früher entdeckt.

 

Neugierig geworden suchte ich nach Bücherschränken in angrenzenden Stadtteilen und wurde auch fündig. Allein zwei auf der Berger Straße.

 

Also ab aufs Fahrrad und danach gesucht. Den ersten konnte ich schon mal überhaupt nicht finden. Ich bin die Straße an der angegebenen Hausnummer mehrmals rauf und runter, aber nada.

Der zweite war am Merianplatz und nicht zu übersehen. Laut Internet ist er der erste der überhaupt in Frankfurt aufgestellt wurde.  Leider habe ich vergessen, ein Photo zu machen, dabei hatte ich das fest vor.

Es war aber wegen des schönen Wetters die gesamte Berger Straße entlang so ein Gewusel von Fußgängern, Autofahrern und anderen Radfahrern, dass ich einfach nur froh war, heil angekommen zu sein, und so schnell wie möglich wieder da raus wollte.

Nun ja, das war schon mal ein Schuss ins Wasser.

Also, ich wieder geguckt wo denn noch ein erreichbarer Bücherschrank ist. Aha, am Atzelberg Platz.

 

Das ist nicht besonders weit von wo ich wohne. Leider gab gmaps mir nur eine Möglichkeit an, diesen Platz zu erreichen, obwohl ich sogar die Fußgängeroption gewählt hatte. Hmmm. Merkwürdig. Drumherum überall Häuserblocks, die Anwohner müssen doch irgendwie zu diesem Platz gelangen können?

 

Ich also munter drauflos und in der Nähe nach dem Weg gefragt. Ich kam aus einer völlig anderen Richtung als gmaps vorgesehen hatte, aber es war kein Problem den Platz zu erreichen — na, ja, das stimmt nicht ganz. Der gesamte Platz ist nämlich momentan eine große Baustelle, also hieß es absteigen und schieben.  Obwohl man sich sehr bemüht hat, den Bücherschrank hinter einer Leitbake zu verstecken, habe ich den Bücherschrank gefunden, und diesmal habe ich auch ein paar Photos gemacht.

 

 

oeffentl_buecherschrank
Ohne Leitbake, was knifflig war, da die wirklich sehr nah dran steht.

 

Vielleicht werde ich noch nach ein paar der anderen Bücherschränke suchen. So schwer wie zwei der drei die ich gesucht habe zu finden waren (bzw nicht gefunden werden konnten), kommt es mir ein bisschen so vor als wäre ich auf einer Geocaching Mission.

Oh, und ich habe ein paar Bücher eingestellt. Die Auswahl fiel mir schwer, ich kann mich sehr schlecht von Büchern trennen, also habe ich jetzt welche weggegeben deren Titel mir gar nichts sagten. Vielleicht gehörten sie meinem Mann. 😀

 

P.S. Heute (27.06.2014) bin ich noch mal losgefahren, um den vermissten Bücherschrank zu finden. Und siehe da, er ist an der angegebenen Stelle. Also entweder hatte ich Tomaten auf den Augen, oder er war total verdeckt durch die vielen Leute die letztens da unterwegs waren. Zwei junge Männer waren gerade dabei ihn zu bestücken.

 

buecherschrank
Der „unsichtbare“ offene Bücherschrank.
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