Rezension: Nox – Ailleurs von Yves Grevet

nox_ailleurs

 

Nachdem ich für eine Testleserunde auf Literaturschock den ersten Band, Nox – Unten gelesen und besprochen hatte,  entschied ich, nicht auf die geplante Übersetzung des Folgebandes zu warten, sondern kaufte das Buch in seiner Originalsprache.

Ich war mir nicht sicher, wie gut ich zurechtkommen würde, schließlich ist es gut 30 Jahre her, dass ich mich zuletzt mit Französisch beschäftigt hatte, aber es ging erstaunlich gut.

Natürlich habe ich nicht jedes Wort verstanden, aber genug, um den Inhalt zu verstehen war es allemal.

Als Inhaltsangabe  werde ich der Einfachheit halber die Stichpunkte des Verlages so gut wie mir möglich übersetzen, denn niemand liest gerne Spoiler.

 

Un héros condamné aux travaux forcés dans la forêt pourrissante, dont nul n’a jamais pu s’échapper.

Ein Held, zum Arbeitslager im verwesenden* Wald verurteilt, aus dem noch nie jemandem die Flucht gelungen ist.

 

* (hier ist die Wolke besonders dicht)

Une jeune fille enceinte qui attend le retour du garçon qu’elle aime et se voit proposer un effroyable marché.

Ein junges, schwangeres Mädchen das auf die Rückkehr des Jungen wartet, den sie liebt, und der ein schauerliches Geschäft angeboten wird.

Deux amis devenus ennemis, à qui il a manqué le temps de s’expliquer.

Zwei Freunde die zu Feinden wurden, welchen die Zeit fehlte, sich auszusprechen.

Une adolescente de la ville haute qui devient agent double contre son gré.

Eine Jugendliche der Oberstadt die entgegen ihrem Willen Doppelagentin wird.

Des personnages qui se croisent sans toujours se reconnaître et, tout au bout du chemin, l’espoir d’une vie meilleure…

 

Personen, die sich begegnen ohne einander immer zu erkennen, und, am Ende des Weges, Hoffnung auf ein besseres Leben…

 

Meine Meinung:

Der zweite Band ist noch düsterer und bedrückender als sein Vorgänger. Die Situation für alle Beteiligten spitzt sich mehr und mehr zu. Gewalt erzeugt Gegengewalt, erzeugt Gegengewalt… ein Teufelskreis aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint.

Trotzdem geben Lucen und Firmie die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft nicht auf und arbeiten systematisch darauf hin, wieder vereint zu sein und zu fliehen.

Währenddessen setzen Gerges und sein Vater alles daran, dies zu verhindern.

In der Oberstadt hat Ludmilla ganz eigene Sorgen: ihr Vater nutzt sie und sein umfangreiches Wissen über ihre Aktivitäten schamlos für seine eigenen Interessen aus.  Aber auch Ludmilla gibt die Hoffnung auf das Erreichen ihrer Ziele nicht auf, und spielt ihr eigenes Spiel, soweit möglich.

 

Wieder einmal ist es Yves Grevet gelungen, die Strukturen eines totalitären Systems aufzuzeigen, sowie den dazugehörenden Widerstand.

Alles erscheint völlig hoffnungslos, die Machthaber sitzen einfach am längeren Hebel und haben ihre Spitzel und Helfershelfer überall.

Trotzdem endet das Buch nicht auf der völlig aussichtslosen Note die ich befürchtet hatte.  Es nimmt viele überraschende Wendungen und ist sehr spannend. Man darf der deutschen Übersetzung (avisiert für September 2015) mit Spannung entgegensehen.

Fünf von fünf Sternen.

 

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