Rezension: Sigge Eklund – Das Labyrinth

Sigge Eklund: Das Labyrinth, Übersetzer: Nina Hoyer, DuMont Verlag, Broschiert,  384 S., €14,99 Photo: Amazon
Sigge Eklund: Das Labyrinth, Übersetzer: Nina Hoyer, DuMont Verlag, Broschiert, 384 S., €14,99 Photo: Amazon

 

Die Suche nach Magda?

Inhalt:

Die elfjährige Magda, Tochter eines bekannten Verlegers und einer Psychiaterin ist verschwunden.

Es gibt keinerlei Anhaltspunkte darauf, wie sie verschwunden ist, und die Polizei ermittelt auch Monate später noch gegen den Vater.

Der Verdacht belastet die Eltern, die immer noch hoffen, dass ihre Tochter wieder auftaucht.

Aber was ist wirklich geschehen? Hat der Vater sein eigenes Kind entführt und verschwinden lassen?
Man taucht ein in ein Labyrinth aus Hinweisen und möglicher Schuld…

Meine Meinung:

Mit ‚Das Labyrinth‘ ist Sigge Eklund ein großartiger Roman gelungen. Leider deuten die Inhaltsangabe und einige (Presse)stimmen darauf hin, dass wir es hier mit einem Thriller zu tun haben.
Das ist vollkommen irreführend. Es geht im Kern um vier Personen die miteinander verknüpft sind, drei davon sind mit Magda verknüpft.

Alle vier haben irgendwelche Kindheitstraumata zu bewältigen, so dass es nur sehr am Rande um Magda geht. Es geht vornehmlich um die Art, wie die Charaktere mit ihrer Vergangenheit umgehen, und welchen Einfluss diese auf Magda hatte.

Der Leser wird in ein Labyrinth aus Ängsten, Schuldgefühlen und Hoffnungen geführt aus dem ein Entrinnen kaum möglich scheint, zumal es sehr viele Rückblenden gibt, die Zeiträume aber nur jeweils am Anfang der jeweiligen Abschnitte erwähnt werden, und ich Mühe hatte, einzuordnen, in welcher

​Zeit ich mich jeweils gerade befand, denn innerhalb der Abschnitte gibt es kaum jemals Hinweise auf den Zeitrahmen.

Es gibt Abwege, Umwege, überraschende Wendungen und Sackgassen, aber letztlich schafft man es ins Zentrum. Der Titel ist sehr gut gewählt, denn man hat als Leser wirklich das Gefühl, immer tiefer in ein Labyrinth zu geraten, in dessen Mitte eine dicke Spinne sitzt, bei der alle Fäden zusammenlaufen.

Man bekommt schon bald den Eindruck, welcher Charakter diese ‚Spinne‘ sein könnte,  aber alles ist anders als man es sich auch nur vorstellen kann.

Letztendlich wird so ziemlich alles aufgelöst, aber die Antwort auf die zentrale Frage bleibt der Vorstellung des Lesers überlassen.

Wer hier einen Krimi oder einen Thriller erwartet und sich auf nichts anderes einlassen kann, wird vermutlich enttäuscht werden.

Es ist ein brillantes Psychogram der beteiligten Charaktere, und die Zusammenhänge sind sehr überraschend und dennoch logisch.

Ich habe atemlos immer weiter gelesen, auch wenn ich sämtliche Charaktere als kaputt empfunden habe, und es mir schwer fiel mir vorzustellen, dass es so viele Leute mit ‚Leichen im Keller‘ auf einen Haufen geben könnte.

Ein erfrischend anderes Buch, eine Analyse der Gesellschaft im

​Kleinen, und absolut lesenswert.
Fünf von fünf Sternen
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