Rezension: Gina Mayer – Das Medaillon

Gina Mayer: Das Medaillon, Edition Oberkassel, Broschiert, 400 S., €10,99, Bild: Amazon
Gina Mayer: Das Medaillon, Edition Oberkassel, Broschiert, 400 S., €10,99, Bild: Amazon

Inhalt: Im Neandertal wird bei der Grabung in einer Höhle das Skelett einer Frau entdeckt.

Das Ausgrabungsteam steht vor einem Rätsel: wer war die unbekannte Tote, warum gab es keine Spuren von Kleidung, und wie ist sie dort hin gelangt?

Meine Meinung:

Wer gern historische Romane mit einem Hauch von Krimi liest hält mit Gina Mayers Buch: Das Medaillon einen Hit in der Hand.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen: Mitte des 19. Jahrhunderts, und Gegenwart.

In der Vergangenheit lernen wir Rosalie und Dorothea kennen: zwei ungleiche junge Frauen, die trotzdem die besten Freundinnen sind. Sie verbindet eine gewisse Andersartigkeit sowie der Traum von Selbstverwirklichung.

Während Dorothea keine hochfliegenden Träume hat, ist sie doch in dem versuch, sie zu verwirklichen wesentlich eingeschränkter als Rosalie. Dorotheas Elternhaus ist streng gläubig und stark in der niederländisch-reformierten Gemeinde verwurzelt: einer bigotten und engstirnigen Glaubensgemeinschaft die kein Abweichen von ihren Vorstellungen duldet.

Rosalies Hemmschuh ist die Gesellschaft als solches, die Mitte des 19. Jahrhunderts den Frauen die Fähigkeit zu denken und zu handeln abspricht und ihnen so den Zugang zu Wissen verwehrt.

Jede der Frauen kämpft auf ihre Art und Weise dafür, ihren Traum zu erfüllen – und zumindest einer scheint es zu gelingen. Sie zahlt allerdings einen sehr hohen Preis.

Die Andere macht auch Schritte in Richtung ihrer Ziele, aber auch sie hat einen Preis zu zahlen, wenngleich der im Vergleich relativ niedrig scheint.

Im krassen Gegensatz dazu steht Nora, die resigniert hat und keinen Traum zur Selbstverwirklichung hegt. Sie lebt gar nicht richtig, sie funktioniert einfach größtenteils.

Ihr Hemmschuh ist ihr A… von Ehemann.

Durch die Entdeckung des Skeletts bekommt Nora neuen Auftrieb, außerdem findet sie neue Freunde.

Sie stellt Nachforschungen an, und letztendlich krempelt sie ihr Leben um.

Der Wechsel zwischen den Zeitebenen kam anfangs überraschend, wird aber sehr geschickt eingesetzt, denn dadurch wird (unter Anderem) Spannung aufgebaut und gehalten.

Scheint anfangs der Strang in der Vergangenheit interessanter und spannender, holt der Strang in der Gegenwart jedoch schnell auf, und so ist man jedes mal sowohl erleichtert, als auch enttäuscht, wenn die Zeitebene wechselt, da man alles auf einmal wissen möchte.

Die Autorin bleibt keine Antworten schuldig, und das Ende ist, trotz der zum Teil schrecklichen Ereignisse, versöhnlich.
Wer clevere historische Romane mag sollte hier unbedingt zugreifen, das Gleiche gilt für alle, die Gesellschaftsromane mögen — und natürlich für jeden, der überhaupt gerne gut geschriebene Lektüre liest.

Fünf von fünf Sternen

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