Ungelesen

Heute morgen flatterte eine email in mein Postfach, zu einer spontanen Testleserunde auf Literaturschock.

Ah, dachte ich, als ich den Klappentext las, ein Frankfurt Krimi, das ist für mich als Wahlfrankfurter ja eigentlich ein ‚Muss‘.  Aber es kam anders:

Als erstes stolperte ich über den entsetzlich dämlichen Namen des ermittelnden Kommissars: Jim Devcon. Rrrrriiiiight….

Ein türkischer Name wäre glaubwürdiger gewesen. Nächster Halt: Bischofsweihe im Kaiserdom!

Frankfurt ist kein Bistum, war es auch nie. Im St Bartholomäusdom sind vor Urzeiten Könige gewählt und Kaiser gekrönt worden. Er ist und war niemals eine Bischofskirche, und Frankfurt ist kein Bistum.

Nachlesen könnt ihr das unter anderem auf der Homepage der Stadt Frankfurt.

Die nächstgelegenen Bistümer sind Mainz , Limburg  (welches durch einen seiner Bischöfe zu trauriger Berühmtheit gelangte), und Fulda.

Was also macht man mit einem Krimi, der schon im Vorfeld einen so negativen Eindruck erweckt?

Ich werde die Finger davon lassen, obwohl der Krimi an sich vielleicht ganz gut ist. Ich käme aber über diese eklatante Unkenntnis und gefühlt schlechte Recherche nicht hinweg, und könnte das Buch von daher nicht genießen.

Habt ihr auch so Bücher, die euch von vornherein sagen: das wird nie was, das ist kein Buch für mich, das ist selbst geschenkt zu teuer, da Zeitverschwendung?

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Christoph Hardebusch: Die Eiserne Krone

Christoph Hardebusch: Die Eiserne Krone, Wunderlich, 496 S., mobi, €14,99 Bild: Amazon
Christoph Hardebusch: Die Eiserne Krone, Wunderlich, 496 S., mobi, €14,99
Bild: Amazon

Gut recherchierte Geschichte über die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen

Aufgrund des Klappentextes hatte ich irgendwie etwas anderes erwartet. Für meine Erwartungshaltung kann natürlich der Autor nichts.

Zum Inhalt:

Der Deutsche Lukas gerät in Gefangenschaft, überlebt einen Schiffbruch und rettet wundersamerweise einen Mitreisenden Osmanen.

Mit der Familie, die ihn gesund pflegt geht er dann nach Konstantinopel und verdingt sich in dieser Familie als Leibwache, da er eh nichts besseres vorhat.

Leider hat Sultan Mehmed II beschlossen, Konstantinopel einzunehmen, und der Krieg rollt unaufhaltsam auf die Stadt zu.

Lukas wird zur Verteidigung der Stadt herangezogen.

Meine Meinung:

Der Klappentext ist völlig irreführend. Es geht nicht um eine Verschwörung, sondern lediglich um die Belagerung und schlussendliche Eroberung Konstantinopels durch Sultan Mehmed II in 1253.

Die Nebenschauplätze während der Kriegsvorbereitungen werden sehr gut beschrieben, außerdem bekommt man eine detaillierte Beschreibung der Schlachten. Es ist ziemlich martialisch, aber so ist Krieg nun mal.

Den Aufhänger der Geschichte und die sich entwickelnde Liebesgeschichte fand ich ziemlich dünn, dabei fand ich den Anfang sehr vielversprechend. Man bekommt aber einen sehr guten Eindruck von der Stimmung der damaligen Zeit, und vom Verfall des ehemals prachtvollen Konstantinopels,  sowie von der Selbstgefälligkeit ihrer Bürger, die sich voll und ganz auf die Stadtmauer verlassen, die sie noch nicht einmal instand gehalten haben.

Auch der Kaiser macht einen schwachen, völlig unfähigen Eindruck. Man erfährt auch, dass die Stadt glaubensmäßig gespalten ist, was im Falle eines Angriffs von außen natürlich nicht hilfreich ist.

Die Geschichte ist gut recherchiert, aber die Zwischenspiele haben mich zum Teil mehr verwirrt als erleuchtet, und ich glaube nicht, mir hätte was gefehlt wenn sie nicht enthalten wären.

Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass der Autor gute Geschichtskenntnisse dieser Zeit voraussetzt, was vielleicht auch den wünschenswerten, aber leider nicht vorhandenen geschichtlichen Abriss mit allen drögen Fakten am Ende des Buches erklärt.

Das Buch ist flüssig geschrieben und liest sich entsprechend leicht, aber ich konnte keine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen. Natürlich kann ich meine Empfindungen nicht dem Autor anlasten, ich bin sicher, das Buch wird viele Leser begeistern — nur bei mir ist das leider nicht gelungen.

Drei von fünf Sternen

Rezension: Sabrina Železný – Das Geheimnis des Mahagonibaums

Sabrina Železný: Das Geheimnis des Mahagonibaums, Aufbau Taschenbuch, 349 S, €9,99, Bild: Amazon
Sabrina Železný: Das Geheimnis des Mahagonibaums, Aufbau Taschenbuch, 349 S, €9,99, Bild: Amazon

Eine Liebe in Peru

 

Inhalt:

Die Fotografikstudentin Blanca gewinnt ein Stipendium für die Fotografische Akademie in Arequipa, Peru.

Ihre Urgroßmutter Guadalupe stammte von dort, und bevor Blanca abfliegt, bittet ihre Großmutter sie, nach Guadalupes Verbleib zu forschen, denn diese war Anfang des 2. Weltkrieges von Deutschland in ihre Heimatstadt zurückgekehrt und dann verschollen.

Meine Meinung:

Mit ‚Das Geheimnis des Mahagonibaums‘ ist der Autorin ein stimmungsvoller, spannender Roman gelungen.

Laut Klappentext geht es unter Anderem um >>eine starke junge Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln<<.
Dem kann ich nicht ganz beipflichten, denn vornehmlich ist Blanca auf der Suche nach dem Verbleib und Schicksal ihrer Urgroßmutter, und das auch nur auf Bitten ihrer Großmutter. Sie selbst scheint nicht wirklich so interessiert zu sein — jedenfalls nicht ursprünglich.

Nach und nach entdeckt sie aber immer mehr Spuren, wobei ein Tagebuch ihrer Urgroßmutter eine nicht unbedeutende Rolle spielt.

Alles ist sehr rätselhaft, und es gelingt Blanca nur mithilfe zweier Freunde, das Geheimnis zu lüften.

Was ich ziemlich unlogisch fand, ist, dass weder ihr Urgroßvater noch ihre Großmutter nach Ende des Krieges nach Arequipa geflogen sind, um Nachforschungen anzustellen. Wenn es ihnen so wichtig war, hätten sie Mittel und Wege finden können.

Sehr schön beschrieben ist jedoch die Stadt als solches, die Farben, Gerüche, und Geräusche.

Nebenbei bekommt man auch noch etwas von der jüngeren Geschichte des Landes mit, von der ich bis dato keine Ahnung hatte.

Auch der immer noch währende Rassismus wird aufgezeigt, der seit der Eroberung durch die Spanier 1537 herrschte, und anscheinend noch immer herrscht.

Dieser Aspekt war für mich total überraschend, da ich mich vorher noch nie mit der jüngeren Geschichte Perus befasst hatte.

Er ist geschickt und überzeugend in die eigentliche Geschichte des Buches gewoben, so dass es insgesamt sehr lesenswert ist.
Vier von fünf Sternen

Amazon… A virtual marketplace, or Big Brother?

Appalling behaviour from Amazon. Reblogged.

imy santiago

A couple of weeks ago I read the third installment of a series I really loved. I will refrain from sharing the name of the novel and its author.

Like any reader, as soon as I finished reading, I wrote my review. When I tried posting it on Amazon (I did buy the eBook, just like any normal and decent human being would), I received a rather concerning email.

I will not share the screenshot of the email as it does contain the title of the book and name of the author. In its place I have copied the body of the email below.

Dear Amazon Customer,

Thanks for submitting a customer review on Amazon. Your review could not be posted to the website in its current form. While we appreciate your time and comments, reviews must adhere to the following guidelines:
http://www.amazon.com/review-guidelines

Here I was, thinking I had included an…

Ursprünglichen Post anzeigen 972 weitere Wörter

Rezension: Susanne Gerdom – Elbenzorn

Susanne Gerdom: Elbenzorn, Qindie, 480 S., €5,99
Susanne Gerdom: Elbenzorn, Qindie, 480 S., €5,99
Zwei Seiten einer Münze
Ging es in ‚Die Seele der Elben‘ noch um die Probleme der einzelnen Protagonisten, geht es hier um die Probleme ganzer Völker. Miterleben tut man das aus verschiedenen Perspektiven, wobei alle Perspektiven gut ausgeleuchtet werden.

Natürlich werden die großen Probleme in diesem Band nicht gelöst, das wäre unglaubwürdig gewesen, aber es wird so ziemlich alles aufgeklärt. Dennoch bleibt genug offen, um eventuell einen Folgeband zu ermöglichen. ich jedenfalls würde mich darüber freuen.
Sowohl ‚Die Seele der Elben‘ als auch ‚Elbenzorn‘ sind in sich abgechlossen, man muss also nicht den einen Band gelesen haben um den anderen zu verstehen. Es gibt zwar ein Wiedersehen mit ein paar Charakteren, aber es wird kein Bezug auf vorangegangenes genommen. Dafür möchte ich mal ein dickes Lob aussprechen, denn das ist heutzutage sehr selten.
Ich habe beide Bücher in einem Zug durchgelesen, so haben sie mich gepackt! Vergleichen kann man sie nicht, aber ‚Elbenzorn‘ hat mir fast noch besser gefallen als ‚Die Seele der Elben‘ — falls das überhaupt möglich ist.

Großartige Fabulierkunst, tolle Welten, sehr schöner Stil — das sind Susanne Gerdoms Markenzeichen.

Fünf von fünf Sternen

Rezension: Susanne Gerdom – Die Seele der Elben

Susanne Gerdom: Die Seele der Elben, Qindie, Kindle,  ca 474 S., €5,99
Susanne Gerdom: Die Seele der Elben, Qindie, Kindle, ca 474 S., €5,99

Man möchte fast ein Elb sein…

Nachdem ich ‚Elbenzorn‘ erstanden hatte, wurde mir bewusst, dass es diesen Vorgängerband gab, also habe ich ihn ausgeliehen und zuerst gelesen. Es wäre gar nicht nötig gewesen, denn beide Bände sind in sich abgeschlossen und berühren sich nur marginal.
Ich bin aber sehr froh, dass ich diesen Band gelesen habe, denn es ist Fantasie vom feinsten — wie ich es von Susanne Gerdom gewohnt bin.
Ich bin eingetaucht in die Welt von Herrschern, Dieben, Elben und allem was sich dazwischen ansiedelt. Ich habe das Buch ruckzuck durchgelesen — und nicht, weil es dünn war, denn mit ca 474 Seiten ist das nicht der Fall! Es ist zu keiner Zeit langatmig, und man fiebert mit allen Protagonisten mit. Wer mal abtauchen möchte in eine fantasievolle Welt voller Gefahren aber auch Liebe, der sollte dies Buch unbedingt lesen!

 

Fünf von fünf Sternen