Christoph Hardebusch: Die Eiserne Krone

Christoph Hardebusch: Die Eiserne Krone, Wunderlich, 496 S., mobi, €14,99 Bild: Amazon
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Gut recherchierte Geschichte über die Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen

Aufgrund des Klappentextes hatte ich irgendwie etwas anderes erwartet. Für meine Erwartungshaltung kann natürlich der Autor nichts.

Zum Inhalt:

Der Deutsche Lukas gerät in Gefangenschaft, überlebt einen Schiffbruch und rettet wundersamerweise einen Mitreisenden Osmanen.

Mit der Familie, die ihn gesund pflegt geht er dann nach Konstantinopel und verdingt sich in dieser Familie als Leibwache, da er eh nichts besseres vorhat.

Leider hat Sultan Mehmed II beschlossen, Konstantinopel einzunehmen, und der Krieg rollt unaufhaltsam auf die Stadt zu.

Lukas wird zur Verteidigung der Stadt herangezogen.

Meine Meinung:

Der Klappentext ist völlig irreführend. Es geht nicht um eine Verschwörung, sondern lediglich um die Belagerung und schlussendliche Eroberung Konstantinopels durch Sultan Mehmed II in 1253.

Die Nebenschauplätze während der Kriegsvorbereitungen werden sehr gut beschrieben, außerdem bekommt man eine detaillierte Beschreibung der Schlachten. Es ist ziemlich martialisch, aber so ist Krieg nun mal.

Den Aufhänger der Geschichte und die sich entwickelnde Liebesgeschichte fand ich ziemlich dünn, dabei fand ich den Anfang sehr vielversprechend. Man bekommt aber einen sehr guten Eindruck von der Stimmung der damaligen Zeit, und vom Verfall des ehemals prachtvollen Konstantinopels,  sowie von der Selbstgefälligkeit ihrer Bürger, die sich voll und ganz auf die Stadtmauer verlassen, die sie noch nicht einmal instand gehalten haben.

Auch der Kaiser macht einen schwachen, völlig unfähigen Eindruck. Man erfährt auch, dass die Stadt glaubensmäßig gespalten ist, was im Falle eines Angriffs von außen natürlich nicht hilfreich ist.

Die Geschichte ist gut recherchiert, aber die Zwischenspiele haben mich zum Teil mehr verwirrt als erleuchtet, und ich glaube nicht, mir hätte was gefehlt wenn sie nicht enthalten wären.

Überhaupt hatte ich den Eindruck, dass der Autor gute Geschichtskenntnisse dieser Zeit voraussetzt, was vielleicht auch den wünschenswerten, aber leider nicht vorhandenen geschichtlichen Abriss mit allen drögen Fakten am Ende des Buches erklärt.

Das Buch ist flüssig geschrieben und liest sich entsprechend leicht, aber ich konnte keine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen. Natürlich kann ich meine Empfindungen nicht dem Autor anlasten, ich bin sicher, das Buch wird viele Leser begeistern — nur bei mir ist das leider nicht gelungen.

Drei von fünf Sternen

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