Rezension: Marlen Schachinger – Albors Asche

 

Marlen Schachinger: Albors Asche; Otto Müller Verlag; geb., 263 S., €19.-
Marlen Schachinger: Albors Asche; Otto Müller Verlag; geb., 263 S., €19.-

Klappentext:

Valerian hat sein Zimmer seit 21 Jahren, drei Monaten und sechs Tagen nicht verlassen. Vom Fenster aus beobachtet er, was in Albor vor sich geht, notiert alles akribisch in seiner Chronik. Eines Morgens taucht eine Fremde auf und zieht in die leerstehende Kirche neben Valerian ein. Sie trägt ein auffallend gemustertes Kleid, ihr Haar ist rot und bodenlang. Albors Männer beginnen die Kirche zu belagern, um einen Blick auf die Fremde zu erhaschen. Albors Frauen, denen die erkalteten Ehebetten zu schaffen machen, intrigieren und streuen Gerüchte. In Albor wird Andersartigkeit nicht hoch geschätzt, diese Erfahrung macht Pastora spätestens, als die Schere des Friseurs ihr vor aller Augen das Haar nimmt und das ›Komitee zur Aufrechterhaltung der Tugend und Ehrbarkeit‹ sich in ihr Leben mischt. In Albor wird auch nicht gemordet, selbst wenn Pastora eines Morgens über eine Leiche stolpert und weitere Tote sich bis zum Fluss hin sammeln. Valerian weiß um die Geschehnisse der Vergangenheit – die Schuld der einen und das Schweigen der anderen. Mit zunehmender Sorge um die Fremde beobachtet er die Veränderungen in Albor, die mit ihrer Ankunft beginnen und ihren Lauf nehmen, unaufhaltsam, denn alles ist in Fluss und man steigt keinesfalls zweimal in den gleichen.

Meine Meinung:

 

Als ich den Klappentext las, war ich interessiert und bewarb mich um ein Rezensionsexemplar.

Hätte mir die Tatsache, dass ich die Einzige war, die sich bewarb, zu denken geben müssen? Im Nachhinein betrachtet: wahrscheinlich.

Hätte es mich abgehalten, hätte ich Rezensionen gelesen? Wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht wären mir Zweifel gekommen, hätte ich mich im Vorfeld über die Autorin informiert:

 

[…]hält Marlen Schachinger leidenschaftliche Plädoyers für ein hemmungsloses Fabulieren, die Studenten sollen ‚das Blaue vom Himmel herunterlügen‘ und ‚dem Wahnsinn des Alltags sprachlich ein Schnippchen schlagen‘ (Quelle: Wikipedia: Schachinger)

Und das war, unter anderem, das Problem: die Autorin erschlägt einen mit Sprache. Die Sätze sind derart verschachtelt dass ich den Überblick verlor. Ein Zusammenhang innerhalb der einzelnen Sätze schien auch nicht zu bestehen. Dann wird noch Philosophie  mit hereingebracht (das wäre für mich ein absolutes KO Kriterium gewesen, hätte ich es gewusst), und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin hier sehr dem Drang nachgibt, mit Wissen zu protzen, warum sonst sollten all die philosophischen Begriffe auf griechisch gedruckt werden?

Natürlich trägt das dazu bei, dass man sich noch mehr in den Zusammenhängen (so es denn welche gibt) verliert.

Wäre es nicht ein mir vom Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar gewesen, ich hätte das Buch nach ein paar Seiten abgebrochen.

So aber habe ich mich durchgequält — was vier!! Wochen gedauert hat. Bei gerade mal 262 Seiten und einem Satz — 250 wenn man das Inhaltsverzeichnis und die Danksagung nicht mitliest (was ich nicht getan habe).

Das macht rund 8,9 Seiten täglich. 8,9 Seiten eines kleinen Büchleins von 12,6 x 2,4 x 19,4 cm — das spricht für sich. Dieses Buch habe ich ständig wieder aus der Hand gelegt, um interessantere Lektüre zu lesen, aber pflichtbewusst immer wieder ein paar Seiten gelesen, um dem Verlag und meinem Leseforum gerecht zu werden.

Was habe ich aus diesem Buch mitgenommen? Praktisch nichts. Es geht um Andersartigkeit, und wie die Gesellschaft im Allgemeinen, und einzelne Personen damit umgehen, aber da habe ich schon wesentlich bessere Romane gelesen (zum Beispiel Unland, von Antje Wagner). In ‚Albors Asche‘ ist das Thema derart verschüttet, verpackt und verschnürt, dass es sich mir völlig entzog. Die Autorin schaffte es relativ schnell, mein Interesse im Keim zu ersticken indem sie mich mit Sprache erschlug.

Ich habe das Buch durchgelesen, aber es war eine endlose Quälerei, und auch das Ende hat mich weder interessiert, noch emotional mitgenommen — wie überhaupt die Geschichte.

Ich hätte mich gerne entrüstet, emotional involviert, aber das wurde mir verwehrt.

Es fällt mir sehr schwer, in Sternen auszudrücken, wo ich das Buch einordne, da dies aber eine persönliche Beurteilung ist, geht es über zwei Sterne nicht hinaus.

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