Rezension: Ulrike Renk – Die Australischen Schwestern

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Ulrike Renk: Die Australischen Schwestern; Aufbau Verlag; Taschenbuch, 509 S.; €12,99

Inhalt:

Australien um die Jahrhundertwende (19. auf 20. Jh).

Emilias Kinder sind mehr oder minder erwachsen, und ihre Enkelkinder werden auch langsam flügge.

Wir verfolgen die Schicksale der Familien Lessing und te Kloot, die mittlerweile durch Heirat verknüpft sind.

Während Carola te Kloot in Hamburg bei Tante und Onkel aufwächst, dürfen ihre jüngeren Geschwister im Schoße der Familie in Australien bleiben.

Der Kontakt droht einzuschlafen, nach zehn Jahren der Trennung haben die Schwestern wenige Berührungspunkte.

Dies ändert sich, als Mina sich dieser Entfremdung plötzlich bewusst wird, und sie ihre Schwester Carola wieder schriftlich in ihr Leben einbezieht.

Hüben wie drüben gibt es die erste Liebe und die damit zusammenhängenden Probleme.

 

Meine Meinung:

 

Wie schon im vorhergehenden Band  ‚Die Australierin‘ zeichnet Ulrike Renk ein Familiengemälde der Zeit um die Jahrhundertwende. Da sich eine der Schwestern in der ‚Alten Welt‘ befindet während ihre Geschwister, ihr Vater, und ihre Großeltern auf der anderen Seite der Erdkugel befinden, wird der Unterschied sehr schön deutlich.

 

Man bekommt Einblicke in die Kultur und Traditionen der Aborigine, sowie vom Outback, und man erfährt über die generelle Einstellung der weißen Einwanderer gegenüber den Ureinwohnern Australiens.

Die Entwicklung, die die Schwestern durchmachen, und die Hindernisse, auf die sie dabei stoßen, werden sehr schön dargestellt.

Die Sprache ist sehr schön, und der Stammbaum hilft dabei, alle Personen zuzuordnen, denn die Familie ist groß, und die Namen sind alle sehr ähnlich. Da der Roman auf wahren Personen und Schicksalen basiert, kann man diese Namensähnlichkeiten der Autorin nicht anlasten, aber es ist anfangs sehr verwirrend, und ich musste ständig den Stammbaum anschauen, um zu sehen wer wer ist.

Es ist der Autorin hervorragend gelungen, Emotionen darzustellen, und entsprechend in mir zu erwecken; dabei wird es an keiner Stelle kitschig!

Ein großartiges Buch mit viel Herz und Emotionen, sowie einem Einblick in das Leben zweier sehr unterschiedlicher Länder, Sitten, Gebräuchen, und Gesellschaftsschichten. Ich warte gespannt auf den dritten Band.

 

Blogtour Gewinner

 

BrandhorstBannerBlogtour

 

Unsere tolle Blogtour ist zu Ende, und die Gewinner wurden ermittelt.

 

Herzlichen Glückwunsch an:

1. – 3. Preis:

Katrin R.
Sarah Z.
Katja V.

4. & 5. Preis:

Martina L.
Detlef V.

Scifi – Träumst du noch, oder fliegst du schon?

Milchstasse

Das Buch (Klappentext):

Seit tausend Jahren schicken die intelligenten Maschinen der Erde lichtschnelle Sonden zu den Sternen. Sie sind auf der Suche nach den Hinterlassenschaften der Muriah, der einzigen bekannten und längst untergangenen Hochkultur in der Milchstraße. Bei der Suche helfen die Mindtalker, die letzten sterblichen Menschen auf der Erde – nur sie können ihre Gedanken über lichtjahrweite Entfernungen schicken und die Sonden lenken. Doch sie finden nicht nur das technologische Vermächtnis der Muriah, sondern auch einen alten Feind, der seit einer Million Jahren schlief und jetzt wieder erwacht.

Nachdem ihr gestern den Start dieser Blogrunde für den Roman: „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst inclusive Rezension auf  Maries Blog verfolgen konntet, geht es heute hier weiter.

Dieses Buch gibt viel her, und ich konnte mich bis zum Schluss nicht entscheiden, welchen Ansatz ich nehmen sollte. Deshalb hier jetzt etwas allgemeines zu  Science Fiction, Fliegen,  und Weltall.

Seit Jahrtausenden träumen die Menschen vom Fliegen: einer der frühesten belegten ‚Flieger‘ war sicherlich Ikarus, der mit dem von seinem Vater Dädalus konstruierten Flugmodell tragisch ums Leben kam. Aber nicht nur Sagen handelten vom Fliegen, Leonardo da Vinci entwarf diverse Flugmodelle, die Brüder Montgolgfier erfanden den Heißluftballon, und die Brüder Wright das erste Motorflugzeug.

Auch die Sterne und Planeten beschäftigten die Menschen seit Jahrtausenden; der bekannteste Stern in der christlichen Welt ist vermutlich der Stern von Bethlehem.

Sterndeutung war früher sehr wichtig, sie bestimmte den Alltag vieler Kulturen.

Was liegt näher, als den Wunsch, das Weltall und die Sterne zu erkunden, mit dem Wunsch zu fliegen zu verbinden?

Inzwischen gibt es hochleistungsfähige Fluggeräte, aber die Erforschung des Weltalls steckt noch in den Kinderschuhen. Es scheitert nicht nur an der fehlenden Technik, sondern auch an der Beschaffenheit des Menschen: wir sind einfach nicht für Schwerelosigkeit und Vakuum geschaffen. Der Fortschritt der Technik hat es immerhin möglich gemacht, Sonden auf den Mars zu schicken, und dort hat man kürzlich Wasser entdeckt. Trotzdem ist der Mensch noch weit davon entfernt, andere Planeten selbst zu besuchen. Es ist allerdings möglich, ins All zu fliegen, also wer sich diesen Traum verwirklichen will braucht inzwischen nur das nötige Kleingeld und schon kann es losgehen. Darum, aufgewacht; Schluss mit träumen, ab ins All.

Wem das Geld fehlt, der kann immerhin auf Science Fiction zurückgreifen, die mit ihren „technischen Errungenschaften“ diesen Wunsch nach dem Griff nach den Sternen bedient.

Das Genre ist seit Langem bekannt und beliebt. Wer hätte noch nichts von Jules Verne,  Robert A. Heinlein, Isaac Asimov oder Stanislaw Lem gehört? Sie alle hatten Zukunftsvisionen und entwarfen Technik, die in abgewandelter Form heute Realität ist. Der Mensch hat Flugzeuge, Raketen, U-Boote, wie z. B. in Jules Vernes: 20.000 Meilen unter dem Meer… vieles ist wahr geworden, was für die Menschen damals pure Science Fiction war, und auch den Menschen in 200 Jahren mag es einmal ähnlich ergehen, wenn sie Science-Fiction lesen die jetzt geschrieben wurde. Science Fiction muss auch nicht notwendigerweise im Weltraum spielen, man denke nur an Inception, was weder mit Weltraum, noch mit Aliens zu tun hat, sondern mit der Gedankenwelt spielt.

Nicht zuletzt dank Hollywood mit seinen berühmten Scifi-Fernsehserien haben wir schon ein paar Schritte in Richtung Zukunft gemacht.

Der Weltraum – unendliche Weiten… Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

Diese Serie, erstmalig ausgestrahlt in 1966, setzte Maßstäbe und brach Tabus. Sie regte Kinder an,  Wissenschaftler zu werden um die Zukunftsvisionen Gene Roddenberry’s wahr werden zu lassen. Dazu gibt es diverse Artikel. Sie entwickelte sich außerdem immer weiter. Andere Serien kamen hinzu, jede hatte ihre Fans. Die Botschaften ähneln sich: der friedliebende Mensch ist entweder auf Forschungsreise um fremde Kulturen zu erforschen, oder er wird von bösen Außerirdischen angegriffen. Mitunter greift er auch selbst an. Also wie im richtigen Leben, nur, dass die Technik der Science Fiction noch ausgefeilter ist als wir es kennen, und es um komplette Planeten geht, und nicht um einzelne Völkergruppen.

Dennoch, dank Forschung haben wir heute Kommunikatoren (d.h. Handys), Türen die sich von selbst öffnen, Kampfdrohnen, … und Flüge ins All. Wie sagt doch ein Werbeslogan so treffend: Vorsprung durch Technik. Sie ist weder in der Science Fiction, noch in der realen Welt wegzudenken.

Natürlich ist das nicht unproblematisch, was in dem Buch sehr gut aufgezeigt wird.

Ob im Weltall, auf der Erde, oder unter Wasser: nur selten fehlt in der Science Fiction die Technik, die dem Menschen (und seinen Widersachern) ein vollkommen anderes Leben ermöglicht.

Science Fiction ist also nicht nur Traum und Schaum, sondern viel mehr. Der Phantasie sind (fast) keine Grenzen gesetzt, aber die physikalischen Gesetze wurden noch nicht aufgehoben. Werden wir irgendwann da hin kommen? Wer weiß.

Und was davon erwartet euch in dem Buch?

Ein bisschen von Allem. Maschinen, starke Feinde, und viel Technik. Irgendwie hatte ich im Hinterkopf, dass es einen Trailer gäbe, aber ich konnte nichts finden.

Egal, die Blogtour geht ja noch weiter: morgen (07.10) gibt es einen Beitrag über intelligente Maschinen; Donnerstag (08.10) erwartet euch ein Interview mit dem Autor, Andreas Brandhorst, und am Freitag (09.10) gibt es was auf die Ohren: ein Interview mit Carsten Polzin, dem Programmleiter von Piper Fantasy als Podcast.    All das wird euch hoffentlich Appetit machen. Meine Rezension könnt ihr hier lesen.

Es gibt auch etwas zu gewinnen: Gemeinsam mit Piper-Fantasy verlosen wir Science-Fiction Tassen und Examplare dieses wundertollen Buches.

Beantworte folgende Frage und du erhälst das zweite Wort (in Klammern hinter den möglichen Antworten) für deinen Lösungssatz, welchen du am Ende der Tour per Mail an info@literaturschock.de einschicken kannst (die Mail muss spätestens am Dienstag, 13.10.15 eingegangen sein).

Bei welchem Duo kam einer der Beiden beim Flugversuch ums Leben?

a)  Dädalus und Ikarus (Technik)

b) Brüder Montgolfier (Science Fiction)

c) Brüder Wright (Zukunftsvision)

Zur besseren Übersicht sind hier noch mal alle anderen Stationen auf einen Blick: 

05.10. Teilzeithelden (Rezension des Buches)

07.10. piranhapudel (Intelligente Maschinen)

08.10. Literaturschock (Interview mit Andreas Brandhorst)

09.10: Hysterika (Podcast: Jürgen im Gespräch mit Carsten Polzin, dem Leiter von Piper Fantasy)

Rezension: Andreas Brandhorst – Das Schiff

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Andreas Brandhorst: Das Schiff; Piper Fantasy; Broschiert, 544 S., €14,99

 

Inhalt:

Auf der Erde gibt es nur noch eine überschaubare Anzahl an unsterblichen Menschen, sowie eine sehr geringe Anzahl an sterblichen Menschen. Die intelligenten Maschinen sorgen für Alle und Alles.

Adam, einer der Sterblichen, ist ein Mindtalker der den Maschinen dabei hilft (mittels Gedankentransfer) weit draußen im Weltall nach der untergegangenen Kultur der Muriah zu suchen.

Dabei macht er eine folgenschwere Entdeckung, die alles, was er sein Leben lang geglaubt hat, in Frage stellt.

 

Meine Meinung: 

Normalerweise äußere ich mich nicht zum Cover, aber als eingefleischter Star Trek Fan fühlte ich mich von diesem magisch angezogen. Auch der Klappentext sprach mich an, also bewarb ich mich kurz entschlossen für die Blogtour zum Buch die heute (Montag, 05.10.2015) gestartet ist.

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich tatsächlich einen Science Fiction Roman gelesen habe, üblicherweise konsumiere ich nur die televisuelle Kost.

Beim Lesen des Klappentextes dachte ich sofort an Avatar, und auch während des Lesens des Buches fühlte ich mich hier und da an bekannte Science Fiction Serien erinnert — aber damit hier kein falscher Eindruck entsteht — alles hier im Buch ist ganz anders als alles was ich bislang so kannte.

Natürlich gibt es Elemente ohne die kein guter Science Fiction Roman auskommt, von daher ist einem dieses oder jenes Prinzip schon vertraut, aber letztendlich kommt es darauf an, was der Autor damit macht; wie er es verpackt und anwendet.

 

Das ist in diesem Fall fantastisch gelungen. Das Prinzip der Mindtalker hat mich total fasziniert. Adam ist eine ungemein starke Persönlichkeit, und auch die anderen Charaktere sind sehr überzeugend, mit ihren Stärken und Schwächen, ihren Ecken und Kanten.

Es gibt diverse überraschende Wendungen und einen sehr überraschenden Schluss.

Das Buch ist intelligent, hat Witz (leider würde ich spoilern, verriete ich jetzt die Stelle, an der ich laut aufgelacht habe, so bissig war die Ironie dort), und hält einen bis zum Schluss in seinem Bann.

Etwas getrübt wurde mir der Lesegenuss nur durch die unglaublich vielen technischen Details.

Ich fand, sie schütteten den Inhalt ein wenig zu, und das wäre meiner Meinung nach gar nicht nötig gewesen. Ich persönlich muss nicht wissen, wie etwas funktioniert, mir genügt es in der Regel, dass etwas funktioniert, und dass ich jemanden kenne der weiß, wie es funktioniert, falls ich Probleme habe.  Andererseits hat Scifi vermutlich gerade wegen des technischen Aspektes viele Fans, und ich bin recht geübt darin, quer zu lesen wenn ich merke, dass etwas im Text nicht wirklich relevant für das Vorankommen der Handlung ist.

Allen Science Fiction Fans kann ich dieses Buch guten Gewissens ans Herz legen. Für Einsteiger, oder Leute, die in dem Genre nicht so recht bewandert sind, ist es vielleicht nicht so geeignet, aber das ist natürlich schwer einzuschätzen, schließlich gehöre ich nicht zu dieser Kategorie.

Fazit:

Ein Lesegenuss den ich unbedingt weiterempfehlen kann, die Ideenwelt hier ist großartig und sehr gelungen. Ich werde sicher noch andere Bücher dieses Autors lesen, ich bin jetzt total neugierig geworden.

 

Auf leserunden.de startet übrigens Ende Oktober eine autorenbegleitete Leserunde, also wer jetzt neugierig geworden ist kann sich dort ja mal anmelden.

Morgen geht es hier weiter mit der Blogtour zum Buch.

 

15 Years of Distributed Proofreaders

15-years

I know, I’m a day late. I meant to do a blogpost yesterday, but a cold prevented it — my head just wasn’t up to any coherence.

If you haven’t heard about DP yet, never fear, there is the website explaining things.

And of course, there is a blog, which will enlighten you for the whole month of October with tidbits and stuff about DP. You can find the first blog post in that series here.

The banner above was created by Donovan, a PD volunteer.

I joined DP a bit more than five years ago–at first as a proofer, then I became a P2 mentor–that means, I welcome newbies and provide feedback on the pages they have done in specific projects.

 

Then, there are various forum threads, one of them is dedicated to giving birthday greetings to all the DPers who have a DP anniversary. Others used to run this thread, but for various reasons (health, work, etc) had to stop doing it, so now I try to keep it going.

In the running up to 1st October, there was a flurry of activities, like a countdown thread, the selection and preparation of special projects (which will pass through the rounds in hope of getting them finished by the end of October), etc.

Every volunteer was asked to join in and contribute whatever they saw fit. Jokes and bonmots made the rounds, and they’ll be collated somewhere, so they can be printed as flyers, bookmarks, or whatever.

My favourite was:

Q:How many Distributed Proofreaders does it take to change a lightbulb?
A: We wouldn’t change a lightbulb; we’d just leave a note: [** lightbulb broken].*

(*The thing about proofreading at DP is, that we don’t ‚correct‘ the original scan, we leave it as we find it, but can leave a note as shown above. Find out more about it here. )

People added to that joke, so it was nearly a short story in the end, and it was a lot of fun.

One book project was chosen to be published as the 50,000th unique title at Project Gutenberg.

The whole community pulled together to bring

 

John Gutenberg, First Master Printer by Franz von Dingelstedt through the rounds, and it was finished within two days.

Since I’m a member of Librivox , I thought it might be a good idea, to have this project available as audio book, too, so I recorded it. My dedicated proof listener was a volunteer who, like me, is on DP and LV, so the collaboration continued.

If you are interested, you can find the audio file here. It is my fourth solo recording, and it took me more than two days from start to finish (I needed 13 days), but I think it’s the fastest solo I have ever done. 🙂

 

The celebrations aren’t finished yet, as mentioned above, there are various special projects going through the rounds, and we have a Smooothaton. For info, follow the link and read what it is all about.

 

You don’t need to sign up to take part in the smoothaton, however, you’d need to know a DP member if you’d like to transmit your findings.

So, why don’t you join in the celebrations, grab a book form the smoothreading pool, and get reading?

 

If you have any questions, please post below.