Bücher, Bücher…

Es war ein gutes Jahr, was Bücher anbelangt. Die meisten Bücher haben mir gut bis sehr gut gefallen, es gab nur einige wenige Flops. Außerdem waren unter den diesjährigen Büchern jede Menge Rezensionsexemplare, die die Verlage für (Test)Leserunden auf  Literaturschock und Leserunden bereitgestellt haben.

Dann gab es natürlich noch Freebies von Autoren, sowie ein paar Gewinne auf Blogs. Hier eine kleine, photographische Übersicht, die nicht vollständig ist.

 

Das sind mitnichten alle Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe, aber es sind die, zu denen ich eine Rezension geschrieben habe.

Dann gab es noch ein Hörbuch, Die Gestirne von Eleanor Catton für die allererste Hörrunde auf Literaturschock, und zwei Buchgewinne auf Blogs:

 

Pfade der Hoffnung von Breonna J. Bliss (eine signierte Ausgabe) dank der  Nikolaus-Adventsverlosung von Leserattes Bücherwelt— einem sehr schönen Blog; und The World of Vikings von Justin Pollard, dank der Verlosung auf Hysterika –Buchrezensionen und  mein absoluter Lieblings Podcast (OK, OK, es ist der einzige Podcast den ich regelmäßig höre). Bei beiden Verlosungen hatte ich teilgenommen, ohne mit einem Gewinn zu rechnen, aber Fortuna war mir hold (ansonsten war das Jahr auch schlimm genug, deswegen ist das schon in Ordnung, etwas positives muss es ja geben). Ich bin noch nicht dazu gekommen, eines dieser beiden Bücher zu lesen. In die Wikinger habe ich mal reingeblättert. Es ist sehr schön aufgemacht, mit tollen Photos, aber ich musste es zuklappen, um mir nicht die Fernsehserie zu spoilern, die ich noch nicht gesehen habe.

 

Tut euch selbst einen Gefallen und checkt die verlinkten Webseiten aus, ich bin sicher, sie werden euch gefallen.

Über die vielen anderen Freebies von AutorINNen werde ich dann hoffentlich im nächsten Jahr berichten.

Ich wünsche euch einen guten Start in 2016!

 

 

Rezension: Eleanor Catton – Die Gestirne (Audio)

Die Gestirne (The Luminaries), deutsche Übersetzung von Melanie Walz, gelesen von Sascha Rotermund, hat diverse Preise gewonnen, nicht zuletzt den bekannten Man Booker Preis.  Seit November diesen Jahres liegt es in deutscher Übersetzung im btb-Verlag vor, die Hörbuchfassung erschien zeitgleich im Hörverlag.

Bei Literaturschock.de wurde angeregt, statt der gewohnten Leserunden mal eine ‚Hörrunde‘ zu machen.

Da ich gewohnheitsmäßig sehr viele Hörbücher konsumiere, war ich begeistert, zumal sich die Inhaltsangabe auch noch gut anhörte. Da habe ich dann großzügig darüber hinweg gesehen, dass es sich natürlich um die deutsche Übersetzung aus dem englischen handelte, denn wenigstens handelte es sich um eine ungekürzte Lesung (4 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 30h 43). Goldrausch in Neuseeland, 19. Jahrhundert, ein Kriminalroman und viktorianisches Epos —  wie konnte ich da widerstehen?

 

Der Klappentext lautet wie folgt:

 

Neuseeland, zur Zeit des Goldrausches 1866: Als der Schotte Walter Moody nach schwerer Überfahrt nachts in der Hafenstadt Hokitika anlandet, trifft er im Rauchzimmer des örtlichen Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern, die einer Serie ungelöster Verbrechen nachgehen: Ein reicher Mann ist verschwunden, eine opiumsüchtige Hure hat versucht, sich das Leben zu nehmen, und eine ungeheuerliche Summe Geld wurde im Haus eines stadtbekannten Säufers gefunden. Mit der Stimme von Sascha Rotermund wird der Hörer hineingezogen in ein Geheimnis, wie mit Goldstaub bestreut und in Opium getränkt.

Ich wurde tatsächlich schnell in die Geschichte gezogen, aber genauso schnell verlor ich den Faden.

Das ganze Buch besteht aus unzusammenhängenden Fragmenten, die erst nach und nach teilweise zusammengefügt werden. Ein rundes Ganzes ergibt sich auch am Schluss nicht.

Auch zurückzugehen, um etwas noch mal anzuhören war praktisch unmöglich, da die Kapitel so vielsagende Namen hatten wie: Sonne im Steinbock, oder Saturn in der Waage, Widder im Schützen, etc.

Überhaupt ist mir der Zusammenhang mit den Gestirnen komplett entgangen. Ich habe bis zum Schluss nicht herausgefunden, welcher Charakter welchem Sternbild/Planeten zugeordnet war. Bei Vorlage eines Buches wäre es sicher möglich gewesen, das herauszufinden, aber bei einem Hörbuch…

Hinzu kam, dass entweder merkwürdig unpassende Begriffe benutzt wurden, oder der Sprecher etwas anderes gelesen hat, als im Buch stand — gefühlt kam beides vor.

Natürlich ist das nur ein Eindruck, den ich hatte, denn weder habe ich die relevanten Stellen aufgeschrieben, noch habe ich das Original vorliegen, so dass ich mir selbst eine Meinung bilden könnte. Dem Interview mit der Übersetzerin entnahm ich, dass es ein sehr anspruchsvolles Unterfangen war, den eigenwilligen Stil der Autorin in eine passende deutsche Version zu transferieren.

Die zum Teil doch seltsame Wortwahl war jedoch nicht förderlich, um das Gehörte gut zu behalten, oder einsortieren zu können. Der Stil der Autorin hat mir persönlich überhaupt nicht zugesagt, und obwohl ich die Geschichte an sich interessant und auch spannend fand, gab es für mich zu viele Faktoren, die einen ungetrübten Genuss verhindert haben. Vielleicht müsste ich weitere knapp 31 Stunden investieren, um beim zweiten Durchlauf die Dinge wahrzunehmen, die mir beim ersten Mal entgangen sind. Jemandem, der wie ich gerne Hörbücher anhört, würde ich unbedingt empfehlen, sich die gedruckte Fassung dazu zu kaufen. Außerdem wäre es sicher hilfreich, wenn man ein Fan des Sprechers wäre, denn obwohl es bestimmt schwierig ist so viele Dialoge vorzulesen (es gibt oft keinen Hinweis darauf wer was sagt), fand ich, dass ein anderer Sprecher vielleicht mehr daraus hätte machen können. Die Stimme dieses Sprechers variierte hauptsächlich zwischen normal und Geschrei, was mir in den Ohren wehtat. Ich war also beständig dabei, die Lautstärke anzupassen — je nachdem, ob viel geschrien oder normal vorgelesen wurde.

Trotz all der positiven Pressestimmen, und der vielen Preise, die dieses Buch erhalten hat, kann ich persönlich es nicht uneingeschränkt empfehlen — zumindest nicht in der Hörfassung. Das Buch beschreibt nicht den geordneten Lauf der Gestirne, sondern mehr das Chaos des Urknalls.

Rezension: Die Sturmschwester – Lucinda Riley

 

Lucinda Riley: Die Sturmschwester, deutsch von Sonja Hauser; Goldmann Verlag, gebunden, 576 S., €19,99
Lucinda Riley: Die Sturmschwester, deutsch von Sonja Hauser; Goldmann Verlag, gebunden, 576 S., €19,99

 

Zum Inhalt:

Ally d’Aplièse ist die zweitälteste der Schwestern aus Lucinda Rileys ‚Die Sieben Schwestern‘ Romanreihe.

Wir erleben aus ihrer Perspektive wie sie mit der Nachricht vom Tod ihres geliebten Pa Salt umgeht.

Eigentlich hatte sie sich gerade frisch verliebt, und war glücklich, aber die Nachricht, die sie nach Hause ruft, ändert zunächst mal alles.

Auch sie bekommt kryptische Hinweise auf ihren Ursprung, und letztendlich entschließt sie sich, ihre Herkunft zu erforschen.

Dazu reist sie nach Norwegen, wo sie tatsächlich der Vergangenheit auf die Spur kommt.

Das Leben ihrer Vorfahren führt uns zunächst ins ausgehende 19. Jahrhundert, nimmt den zweiten Weltkrieg mit, und endet schließlich im Norwegen des Jahres 2007.

 

Meine Meinung:

Wie schon in im ersten Band Die Sieben Schwestern, gelingt es Lucinda Riley, einen sofort in den Bann zu schlagen.

Ihre Beschreibung der Trauer beim Verlust eines geliebten Menschen ist sehr einfühlsam. Da ich kürzlich selbst den Verlust eines geliebten Menschen erfahren musste, hat es mir arg zugesetzt, denn es fühlte sich sehr real an.

Ich musste mir immer wieder in Erinnerung rufen, dass es sich hier um Fiktion handelt. Ich vermute, dass die Autorin wohl schon mal selbst so etwas erlebt hat, denn sonst könnte sie vielleicht nicht so treffend darüber schreiben.

 

Die beschriebenen Schicksale sind sehr verschieden, aber sie alle berühren einen sehr. Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet, und die Recherchen müssen sehr intensiv gewesen sein (was auch aus der Danksagung am Ende des Buches hervorgeht).

Zugegeben, am Ende weiß man als Leser schon früher als Ally, was los ist, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Mir persönlich hat der Schluss sehr gut gefallen, auch wenn es vielleicht ein bisschen zuviel der glücklichen Fügungen ist — aber nach all den Schicksalsschlägen, die ich im Buch mit den Charakteren durchlebt habe, kam mir das gerade recht. Ich mag es, wenn etwas positiv und hoffnungsvoll endet. Man bekommt auch einen kleinen Einblick wie und mit welcher Schwester es im nächsten Buch weitergehen wird, und ich freue mich schon darauf.

Vielleicht werde ich das nächste Buch aber im Original lesen, denn wie schon im ersten Band taucht hier beständig das Wort ‚Schmunzeln‘ auf, und ehrlich gesagt hat es mich genervt. Im heutigen Sprachgebrauch ist es doch eher selten anzutreffen, und wenngleich wir im deutschen nicht so viele Synonyme haben wie die englische Sprache sie aufweist, hätte man doch etwas variieren können. Wieder einmal frage ich mich, ob die Autorin auch nur immer ein und das selbe Wort benutzt, aber das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Das ist aber der einzige Tropfen der das Lesevergnügen etwas getrübt hat. Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

Wie schon der erste Band, ist auch dieser in sich abgeschlossen, und man braucht kein Vorwissen zu haben, um zu verstehen, was vor sich geht. Ich kann allerdings den ersten Band sehr empfehlen.

Wer gerne gute Unterhaltung mag, ein bisschen was historisches, ein bisschen was fürs Herz und Gemüt, und Spannung ohne Mord- und Totschlag, sollte sich das Buch auf jeden Fall besorgen. Es ist absolut empfehlenswert.