Die Audible Versuchung

Meine Audible Bibliothek
Meine Audible Bibliothek

 

Wer mich kennt oder diesem Blog folgt, wird wissen, dass ich sehr viele Hörbücher höre. Meine primäre Quelle für diese ist Librivox, für die ich gelegentlich auch aufnehme oder dedicated proof listener bin. Wenn ich Gegenwartsliteratur hören möchte, muss ich die natürlich käuflich erwerben (die Frankfurter Onleihe hat nur eine sehr geringe Auswahl an (Hör)Büchern die mich interessieren). Ich hatte schon gelegentlich mal ein Buch bei Audible erstanden, mir gefällt aber das Format nicht: ein endlos langer File den man nicht unterbrechen kann.

Ich höre zwar viel tagsüber, aber auch regelmäßig nachts, zum einschlafen, und da läuft denn bei einem File von mehreren Stunden mein mp3 player entweder, bis das Stück zu ende ist, oder bis der Akku leer ist. Es ist zudem äußerst schwierig herauszufinden, an welcher Stelle ich eingeschlafen bin.

Die Gründe, warum Audible an diesem bescheuerten Format festhält, leuchten mir alle nicht ein.

Anscheinend kann man irgendwas einstellen, wenn man es auf einem Apple-Produkt abspielt, aber außer itunes auf dem PC besitze ich nichts von Apple.

Trotzdem habe ich seit Neuestem ein audible Abo.
Warum? Sie sind oft die Einzigen, die ungekürzte Hörbücher anbieten. Zudem sind diese günstiger als CDs oder auch mp3-CDs (klar, sie brauchen ja keine Hardware bereitzustellen).

Es wundert mich aber: warum stellen die Verlage nicht wenigstens mp3 CDs zur Verfügung? Wer um alles in der Welt will denn gekürzte Versionen hören? Ich habe das unlängst getan (für eine Hörrunde auf Literaturschock), und es ist suboptimal. Die Spieldauer der ungekürzten Version beträgt  09 Std. 38 Min, die der gekürzten Version nur 07 Std. 20 Min. Da ist also fast ein Drittel gekürzt worden — und man merkt es. Für jemanden wie mich, der ungekürzte Versionen hören will, ist audible also trotz des doofen Formates eine gute Wahl. Es gibt auch andere Anbieter, mit ähnlichen Konditionen, und ich habe keine Ahnung, ob deren Format günstiger ist, aber leider ist die Auswahl geringer. Ich höre halt auch sehr viele englische Hörbücher. Hinzu kommt, dass bei dem mir bekannten audible-Konkurrenten selbst die Hörbuchdownloads nur in gekürzter Fassung angeboten werden. Was, bitteschön, soll das denn? 

Die Buchreihe, die ich momentan höre, gibt es da mal gleich überhaupt nicht als Hörbuch. Andere gibt es, vielleicht sogar als Hörbücher, aber die Auswahl ist gering, und eine Hörprobe gibt es auch nicht immer. Ohne Hörprobe will ich aber kein Hörbuch kaufen. Ich muss doch wissen, ob mir die Stimme und der Akzent zusagen. Bei audible habe ich als Abonnent zudem die Möglichkeit, das Hörbuch zurückzugeben wenn es mir gar nicht zusagt. Das war bislang nicht der Fall, und es funktioniert sicher auch nicht im Exzess, aber die Möglichkeit besteht.

Es sieht ganz so aus, als ob der deutsche Buchhandel auch hier mal wieder den Zug verpasst hat.

Schade, aber solange sie nicht über den deutschen Tellerrand gucken, werden sie dem großen A*****-Konkurrenten ewig hinterherhinken.

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