Rezension: Katja Brandis – Freestyler

 

Katja Brandis: Freestyler; HC, Beltz & Gelberg; 432 S., €16,95
Katja Brandis: Freestyler; HC, Beltz & Gelberg; 432 S., €16,95

Lauf, Forrest, Lauf!

 

Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 2030. Johanna Larissa Spiegler, kurz Jola genannt, ist Sprinterin mit Leib und Seele. Ihr großer Traum ist es, an  Olympia 2032 in Argentinien teilzunehmen, und zu gewinnen. Dafür trainiert sie sehr hart.

Eines Tages lernt sie Ryan kennen, einen beinamputierten Sprinter, der auf seinen Blades das gleiche Ziel verfolgt wie sie.

Die beiden freunden sich an, denn es ist nicht nur der Sport, der sie verbindet: beide haben Geldsorgen. Jola bekommt ein Angebot: eine große Süßwarenfirma will sie sponsern, falls sie sich ‚optimieren‘ lässt und dann in der Freestyle Kategorie antritt.
Wird sie es machen lassen?

Meine Meinung:

Das Buch ist sehr gut aufgebaut, und sehr spannend. Die Atmosphäre unter Sportlern, der Neid, aber auch die Kameradschaft unter ihnen werden sehr gut wiedergegeben, desgleichen der Leistungsdruck, unter dem sie stehen; egal, ob selbstauferlegt, oder von außen kommend.

Auch die Probleme, die ein behinderter Mensch in unserer exklusiven Gesellschaft hat, werden eindrücklich geschildert.
Man bekommt einen Eindruck davon, wie wichtig eine Leitfigur werden kann, um sich nicht nur mit seiner Behinderung abzufinden, sondern auch zu kämpfen, und sich zu verbessern, alles aus sich herauszuholen, was möglich ist.

Auch in dieser zukünftigen Gesellschaft (die ja nicht mehr allzuweit entfernt ist), ist das nicht einfach, und ohne entsprechende Unterstützung kaum möglich. Hightechprothesen sind auch in 2030 nicht für jedermann zu haben.

Ein weiterer Aspekt der im Buch sehr gut herüberkommt, sind die Datenbrillen, an denen schon jetzt diverse Firmen mit Hochdruck arbeiten. Noch ist die Akzeptanz gering, die meisten Leute wollen nicht, dass ihr Tun und Lassen innerhalb Sekunden in die ganze Welt gestreamt werden, aber in naher Zukunft mag das anders aussehen. Ich gehöre zu der Generation, die diese Vorstellung gruselig findet, aber ich vermute mal, wie sind auf dem besten Weg dahin, zumal der Datenschutz auch in unserem Land mehr und mehr aufgeweicht wird.

Die Atmosphäre des ganzen Buches ist sehr dicht und packend. Nichts hört sich zu weit hergeholt an, die Ideen sind überzeugend.
Auch wenn man mit Sport nicht viel am Hut hat, kann man dieses Buch sehr gut lesen, denn es führt einen ein in eine faszinierende Welt, wo sich Sport und Alltag vermischen.
Es ist super recherchiert und ich habe beinahe meine Kartoffeln zerkochen lassen, weil ich so tief eingetaucht war, dass ich alles um mich herum vergessen habe.

Eine absolute Lese-Empfehlung, nicht nur für Jugendliche und Sportler.

 

 

 

 

 

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