Rezension: Kiera Brennan – Die Herren der Grünen Insel

Kiera Brennan: Die Herren der grünen Insel; geb.; Blanvalet, 960 S.; 19,99€
Kiera Brennan: Die Herren der grünen Insel; geb.; Blanvalet, 960 S.; 19,99€

 

Inhalt:

Wir befinden uns im 12 Jahrhundert A.D. Irland, die ‚Grüne Insel‘ ist zersplittert. Diverse kleine Könige kämpfen um Territorien und Macht, der Hochkönig kann sie nicht befrieden. Die alte und die neue Religion prallen genauso aufeinander wie die sehr verschiedenen Persönlichkeiten denen wir in diesem Roman begegnen. Egal ob Männlein oder Weiblein, jede/r hat so seine eigenen Motive und Ideen, da ist es für einen Feind von außen ein Leichtes, das Land zu unterwerfen.

Meine Meinung:

Als ich den Klappentext las, war ich sofort interessiert. Irland hat eine sehr wechselvolle Geschichte die bis zur Jetztzeit reicht; ein Teil der Insel ist schließlich immer noch von England annektiert. Mein Gefühl sagte mir, dass der Grundstein hierzu schon sehr früh gelegt wurde, und ich wollte mehr darüber erfahren.
Was die historischen Fakten anbelangt wurde ich nicht enttäuscht. Die Autorin hat sehr ausgiebig recherchiert und ihre Ergebnisse mal mehr, mal weniger gelungen einfließen lassen. Einerseits ist die Liebe zum Detail eine Bereicherung, da wir sowohl etwas über den Glauben, die Gebräuche, die Nahrung, Kleidung und überhaupt den Alltag erfahren.
Andererseits hat das Buch zum Teil deutliche Längen wenn es darum geht, die verzwickten politischen Zusammenhänge aufzuzeigen.
Insgesamt also lesenswert, trotzdem habe ich mich sehr schwer getan, das Buch bis zum Ende zu lesen. Das lag einerseits an den Charakteren, die zwar mehrschichtig sind, aber denen so vollkommen jegliche liebenswerte Eigenschaft fehlt. Das finde ich schade, denn wenn auch die äußeren Umstände sehr schwer waren, denke ich doch nicht, dass jeder nur vollkommen egoistisch war und sich nicht um seine Mitmenschen geschert hat. Im Buch hat jeder lediglich das eigene Überleben im Auge (was natürlich verständlich und nicht verwerflich ist), und sie alle gehen dafür über Leichen. Es kommt auf 950 Seiten fast überhaupt nicht vor, dass mal jemand einem Mitmenschen hilft ohne direkt auf den eigenen Vorteil bedacht zu sein. Die Charaktere sind nicht nur äußerlich widerlich und hässlich, sondern auch innerlich.
Das fand ich schon schwer verdaulich, aber was mir das Lesen so erschwert hat, ist die Sprache. Diese ist ausschließlich von Gewalt geprägt, und fast alles hat eine sexuelle Komponente, wobei auch die Sexualität fast ausschließlich von Gewalt geprägt ist.
Ich habe versucht mich davon zu überzeugen, dass die Sprache der beschriebenen Situation angemessen ist, aber es ist mir nicht gelungen. Nein, ich weiß nicht wie die Menschen damals geredet haben, aber ich hatte das Gefühl, dass die Autorin hier viel zu dick aufgetragen hat und weit über das Ziel hinausgeschossen ist.
Für mich hat es den Lesegenuss entscheidend getrübt, und ich war froh, als ich das Buch nach Beendigung zuklappen konnte.
Diese Sprache, die in so ziemlich jedem Satz Gewalt ausdrückt, ist so gar nicht mein Ding, aber wer zum Beispiel Game of Thrones mag wird dieses Buch sicher lieben.

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