#fbm16 – Tag 1 (19.10.16)

 

 

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Ich weiß, die Buchmesse ist noch nicht vorbei, aber bevor ich alles vergessen habe, oder es mir über den Kopf wächst, hier die Zusammenfassung des bisher erlebten:

 

19.10.

Für Mittwochnachmittag hatte ich einen Besuch der Teezeremonie – Das Literaturcamp auf der #fbm16 eingeplant. Ich lief also suchend durch den Gang, und dabei traf ich auf das Team von Audible Reading.

Das ist eine Gruppe junger Leute die ein Audio-visuelles Konzept entwickeln, welches es ermöglicht, zu lesen und gleichzeitig (passend zu der jeweiligen Textstelle) entsprechende Geräusche zu hören, also zum Beispiel Wellenrauschen, Wind in den Bäumen, etc.

Ich finde die Idee großartig, denn ich mag keine Hörspiele (die meisten haben derart laute Musik und Geräusche im ‚Hintergrund‘ dass man das gesprochene Wort nicht mehr versteht), aber das kann hier nicht passieren, da man selbst liest und atmosphärische Geräusche im Hintergrund hat.

Ich konnte es direkt ausprobieren, und es war toll. (Halle 3.1 H19 Baden-Württemberg Stand)

 

Anschließend gab es dann die Teestunde, Kekse und Gespräche (s.o.) — zufälligerweise am selben Stand. Dort traf ich unter anderem Sandra von Booknapping, die ich vor zwei Jahren beim Literaturschock Treffen im Odenwald kennengelernt hatte. Sie demonstrierte mir eindrucksvoll, wozu man als Blogger Visitenkarten braucht. Hmm, damit hatte ich mich noch nie befasst.

Leider verlor ich sie dann kurze Zeit später, da sie an einem Stand in ein Gespräch verwickelt wurde, und ich dringend mal die Örtlichkeiten aufsuchen musste.

Zufällig kam ich dann am Stand der FAZ vorbei, wo Patricia Gucci (die Tochter von Aldo Gucci) gerade ihr Buch In Guccis Namen: Eine Familiengeschichte von Liebe und Verrat vorstellte. Das Buch wird am 1. November diesen Jahres in deutscher Übersetzung erscheinen. Die Autorin war lebhaft, offen, und antwortete frei auf alle Fragen des Interviewers. Das gefiel mir, und was ich der Unterhaltung entnommen habe, macht mich neugierig auf das Buch.

Später schaute ich beim Event des Fischer Verlages vorbei, auf das Sandra mich aufmerksam gemacht hatte. Der gesamte Stand des Fischer Verlages wurde rot, die Mitarbeiter auch. Alle interessierten bekamen eine rote Stofftasche geschenkt — aber das Buch konnte man nicht kaufen, obwohl der Autor eigens aus den USA eingeflogen worden war.

Ich konnte es gar nicht glauben, bislang hatte ich die Erfahrung gemacht, dass, wenn der Autor zugegen war, man auch direkt am Stand das Buch käuflich erwerben konnte um es signieren zu lassen. Nicht so hier.

Ich hatte jedoch großes Glück, denn ich kam ins Gespräch mit dem Lektor des Autoren (es handelte sich übrigens um Jarett Kobek und sein gerade in deutscher Übersetzung erschienenes Buch Ich hasse dieses Internet).

Herr B (leider habe ich den Namen nicht mitbekommen) sah auf mein Schild und meinte, ich sei doch von der Presse, da könne man doch sicher was machen. Ich gestand, nicht zu wissen wie.

Er fragte mich, von welcher Zeitung/Zeitschrift ich käme, worauf ich zerknirscht antwortete, ich sei nicht von der Presse, sondern Blogger. Er war ganz begeistert und äußerte sich sehr positiv über Blogger; dann ging er los, holte ein Buch und gab es mir. Wow, das war überwältigend! Ich hatte nun also das Buch und konnte es direkt signieren lassen.

Das war genug Aufregung für einen Tag, also ging ich anschließend nach Hause. Erschöpft war ich sowieso. Um 22.00 Uhr lag ich im Bett und schlief. 😀

 

 

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Rezensionsexemplare

Also, entweder wird mein Gedächtnis immer schlechter, oder ich komme momentan zu Rezensionsexemplaren wie die Jungfrau zu dem Kinde.

 

Nein, ich beschwere mich nicht, ich bin nur etwas perplex.

Ich war kürzlich für zehn Tage bei meiner Mutter. Ich bewarb mich am Sonntag für eine Leserunde und ein Freiexemplar für Omni, das gerade erschienene Buch von Andreas Brandhorst.

Am Montag kam ich nach hause, und das Buch erwartete mich. Das war natürlich sehr erfreulich, aber auch sehr überraschend. Von leserunden.de konnte es nicht sein, da hatte ich mich erst 24h vorher überhaupt beworben. Vom Autor kam es auch nicht.

Auf dem Packzettel standen freundliche Grüße der Presseabteilung des Verlages. Hmm.

Ich kann mich jetzt gar nicht erinnern, das Buch angefordert zu haben. Letztes Jahr habe ich bei der Blogtour für Andreas Brandhorsts Roman Das Schiff mitgemacht. Ob das der Grund ist?

Oder ist es, weil ich mich dieses Jahr als Blogger für die Frankfurter Buchmesse habe akkreditieren lassen, wo ich mich schon für die eine oder andere Veranstaltung angemeldet habe?

Ich weiß es nicht. Jedenfalls ist es total toll, dass ich das Buch schon habe, dann kann ich es auf der Buchmesse vom Autor signieren lassen. 🙂

Die Rezension kommt natürlich erst nach Beendigung der Leserunde, also ca Mitte November.

 

Dann hatte ich noch eine Anfrage, gefolgt von einem sehr netten email Wechsel mit Ellen W.  vom Verlag  Edel Elements. Auch hier kann ich mich an keinen vorhergehenden Kontakt erinnern, aber bei der Menge an Büchern die ich lese ist das nicht unbedingt verwunderlich. Ich achte eigentlich nicht auf den Verlag, wenn ich ein Buch lese.

Ihr dürft euch also demnächst auf eine Rezension von Die Akte Zodiac von Linus Geschke freuen. Vielleicht schaffe ich es noch bevor die Buchmesse anfängt; mal sehen.

 

Oh, und natürlich werde ich versuchen, von der Buchmesse zu berichten. Ich fühle mich von den ganzen Veranstaltungen jetzt schon überfordert. 😀

Rezension: Gordana Kuic – Die Legende der Luna Levi

Gordana Kuic: Die Legende der Luna Levi; Mirjana und Klaus Wittmann (Übersetzer) Hollitzer; Hardcover; 420S., €24,40
Gordana Kuic: Die Legende der Luna Levi; Mirjana und Klaus Wittmann (Übersetzer) Hollitzer; Hardcover; 420S., €24,40

 

Inhalt:

Die Jüdin Blanca Sálom gehört zu den letzten, die während der spanischen Inquisition und Vertreibungswelle das Land verlassen um in der Türkei Aufnahme zu finden. Bei ihr befindet sich die bis vor kurzem rechte Hand des Großinquisitors, Juan García Galán de Olivares, der über Nacht beschließt, dass er eigentlich Jude ist. Er reist unter dem Namen Solomon ben Israel ben Sálom mit Blanca in dei Türkei. Dort werden sie beim Rabbi der jüdischen Gemeinde Galatas aufgenommen. Solomon macht schnell Karriere, war er doch vorher schon ein Ausbund an Gelehrsamkeit.
Für die beiden und ihre vier Kinder läuft alles rund, geht auch die Welt um sie herum mehrmals unter.

Meine Meinung:

Um es vorwegzunehmen: auch wenn der Titel etwas anderes vermuten lässt, es geht nur am Rande um Luna. Inwiefern sie das im Klappentext erwähnte Schicksal der sephardischen Juden mit beeinflusst bleibt völlig offen.
Auch an der dort erwähnten reichen Kultur der sephardischen Juden lässt uns die Autorin nicht wirklich teilhaben, dem Glossar am Ende des Buches kann man da wesentlich mehr entnehmen als dem Buch selbst.

Die Charaktere bleiben einem fremd, von daher kann man auch nicht mit ihnen fühlen. Dafür werden die Klischees sehr schön bedient: der Hafenschreiber Torona ist nicht nur ein Dieb und Halsabschneider mit einem extrem schlechten Charakter, natürlich ist er auch ein Ausbund an Hässlichkeit, während Blanca, die fast heilig wirkt, natürlich wunderschön ist, und auch der reumütige Juan hat alle wunderbaren Attribute die ein Mann haben kann. Das zieht sich durch das ganze Buch: alle ‚guten‘ Menschen sind auch schön, alle anderen sind entweder mittelmäßig oder gar hässlich.

Dem eigentlichen Roman, nämlich der Geschichte Blancas und ihrer Familie wird ein relativ geringer teil des Buches zugestanden, und wenn dann mal was durchblitzt ist es so fantastisch und unglaubwürdig, dass man überlegt, ob man darauf nicht hätte verzichten können. Andererseits bliebe dann lediglich eine Art Geschichtsbuch übrig, und kein besonders interessant geschriebenes, da man mit einer Aneinanderreihung von Namen und Daten regelrecht erschlagen wird.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich mir ein sehr interessantes Buch versprochen, aber keinen Geschichtsunterricht in Reinform, mit ein paar eingestreuten, fantastischen Begebnissen. Auch die Sprache reißt einen nicht mit: gerade am Anfang des Buches gibt es nicht nur sehr viele Fehler, sondern auch derart lange, verschachtelte Sätze, dass selbst ein geübter Leser den Faden verlieren kann und noch mal an den Anfang des Satzes zurückkehren muss, um herauszufinden, worauf das Ganze denn herauslaufen soll.
Ob das an der Übersetzung liegt vermag ich nicht zu sagen, da ich der serbischen Sprache des Originals nicht mächtig bin.

Fazit: wer drögen Geschichtsunterricht mag ist mit diesem Buch gut bedient, wer auf eine ansprechende, mitreißende Familiengeschichte hofft, sollte die Finger davon lassen.