Kindle Fire: Text to Speech ‚Cheat‘

kifi

Ich bin tatsächlich letztens schwach geworden und habe mir einen Kindle Fire HD 8 bestellt. War für Prime Mitglieder günstiger. Da ich in letzter Zeit viel mit der Bahn unterwegs bin, was jedesmal bedeutet, dass ich mehrere Stunden pro Tour im Zug sitze, und mir derLaptop eigentlich zu groß und zu schwer ist, dachte ich, ich schlage ein paar Fliegen mit einer Klappe.

Mein Geburtstag steht demnächst eh an, da konnte ich meiner Familie gleich sagen, worein sie investieren dürfen, wenn sie möchten.

Eines der Features von Kindle Fire ist ‚Text to Speech‘. Das bedeutet, ich kann mir jetzt alle meine ebooks vorlesen lassen während ich handarbeite — oder so dachte ich. Weiterlesen

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Rezension: Caroline Bernard: Rendezvous im Café de Flore

Caroline Bernard: Rendezvous im Café de Flore, atb; ebook, 432 S. ; €9,99
Caroline Bernard: Rendezvous im Café de Flore, atb; ebook, 432 S. ; €9,99

 

Inhalt:
Lilli Marlene fährt anlässlich ihres 10. Hochzeitstages mit ihrem Mann nach Paris.
Sie hat vor Jahren dort gelebt und Kunstgeschichte studiert, während ihr Mann Paris nichts abgewinnen kann. Mit ihrer Ehe steht es nicht zum Besten, auch wenn beide sich anfangs Mühe geben, wieder zueinander zu finden.
Als Lilli Marlene in einem Museum das Bild einer Frau entdeckt, die ihr verblüffend ähnlich sieht, möchte sie mehr herausfinden. Jean Louis hält das für Spinnerei, und die beiden driften immer mehr auseinander.

Meine Meinung:
Dies ist ein wundervolles Buch über die Jugend, Das Erwachsenwerden, das Erwachsensein und die damit verbundene Sehnsucht nach der Unbeschwertheit der Jugend, aber auch über Initiation, sich lösen vom Elternhaus, sich als Frau zu behaupten, über die Liebe — und über die Résistance in Frankreich.

Es gibt zwei Zeitebenen, sowie zwei Frauen auf der Suche nach ihrer Unabhängigkeit, auch wenn das Lilli Marlene lange nicht klar wird.

Vianne, die Frau auf dem Bild, rennt in jungen Jahren von zuhause weg. Das Leben in einem kleinen Dorf, mit sehr konservativen Eltern, schnürt sie ein.

Sie geht nach Paris, und wir folgen ihr durch alle Höhen und Tiefen die sie im Paris der 30er und Anfang der 40er Jahre durchlebt.

Die Atmosphäre der Stadt ist sehr gut eingefangen, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart. Wer wie ich schon jemals für ein paar Tage am Stück in Paris war, wird es sicher wiedererkennen, jedenfalls ging es mir so, und jetzt habe ich Sehnsucht nach der Stadt, obwohl sich in den fast 30 Jahren, seit ich zuletzt dort war, sicher eine Menge verändert hat. Im Buch erkannte und fand ich das Paris wieder, das ich als junge Frau erlebt und geliebt habe, wenngleich ich immer nur als Touristin dort war und nie dort gelebt habe.

Ich könnte die Atmosphäre dieser Stadt nicht beschreiben, aber der Autorin gelingt dies mühelos.

Natürlich geht es nicht nur um Paris, sondern auch um die Selbstfindung und Selbstverwirklichung zweier Frauen aus sehr verschiedenen Zeitepochen.
Die Geschichte ist sehr berührend, und die historischen Fakten sind erschreckend und erinnern einmal mehr an die furchtbare Zeit des zweiten Weltkrieges.

Lilli Marlenes Geschichte ist traurig und hoffnungsvoll zugleich, zudem sehr überzeugend.

Man kann dem obigen sicher entnehmen, dass ich das Buch geliebt habe, und ich kann es jedem empfehlen, der gerne historische Romane liest, aber nicht von der Aufzählung von Fakten erschlagen werden möchte.

Die Fakten sind untrennbar mit der Geschichte verbunden; man durchlebt Viannes Zeit mit ihr, und erfährt die Fakten so praktisch nebenbei.

Ein absolutes Muss für jeden Parisliebhaber, Fan historischer Romane, und jeden, der einfach gerne gute Literatur liest.

Rezension: Linus Geschke – Die Akte Zodiac I – IV

Linus Geschke: Die Akte Zodiac 1 - 4; Edel Elements; Vier Teile
Linus Geschke: Die Akte Zodiac 1 – 4; Edel Elements; Vier Teile

Inhalt: Ein irrer Mörder macht das Rheinland unsicher. Seine Opfer und Mordmethoden sind so unterschiedlich, dass die Polizei anfangs keinen Zusammenhang sieht. Erst Profiler Brock meint zu erkennen, dass die Taten einem bestimmten Muster folgen: dem Vorbild des berüchtigten Zodiac Killers aus den USA der 60er Jahre. Er und das Ermittlerteam der Kripo Köln machen sich auf die Suche…

Diese Rezension bezieht sich auf alle vier Bücher der Serie, denn jeder der vier Teile für sich allein ergibt absolut keinen Sinn, nur alle vier zusammen ergeben ein Ganzes.

Meine Meinung:
Mit ‚Die Akte Zodiac‘ legt Linus Geschke einen spannungsreichen Roman vor. Warum ein Buch in vier Teile zerschnitten wurde, weiß vermutlich nur der Verlag. Als Käufer hätte ich die Finger davon gelassen, denn ich hasse Cliffhanger und die Tatsache, dass kein Teil für sich alleine stehen kann.

Ich hatte jedoch das Glück, dass der Edel Verlag mir die vier Teile zur Rezension zur Verfügung stellte, wofür ich mich bedanken möchte.

Von dem merkwürdigen Format mal abgesehen, hat der Roman alles, was man von einem guten Thriller erwarten kann.

Die Hauptcharaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn sie nicht alle wirklich sympathisch sind.
Auch die Nebendarsteller bleiben nicht farblos; und in all das ist die Geschichte des original Zodiac Killers geschickt eingewoben.

Als Leser ist man ebenso ahnungslos wie die Polizeibeamten Eva und Oliver; nur der Profiler Brock ist einen Schritt voraus.

Sowohl die ursprünglichen Zodiac Morde, als auch die Copykills, die Eva, Oliver und Brock untersuchen, sind spannend, desgleichen die Interaktion des Ermittlerteams, denn es läuft nicht alles so reibungslos, wie es wünschenswert und förderlich wäre: Animositäten und mangelndes Vertrauen lenken die Protagonisten mitunter etwas von ihren Zielen ab.

Als Leser bleibt man aber die ganze Zeit bei der Stange, auch wenn das Buch kein hohes Tempo hat.

Letztendlich rauft sich das Team zusammen, da sie einander brauchen, wollen sie auch nur einen Hauch einer Chance haben, das Verbrechen aufzuklären.
Ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung wer der Killer ist; nur bei einem Protagonisten lag ich mit meiner Vermutung richtig. Die Auflösung hat mich überrascht, aber nicht 100% überzeugt, was natürlich daran liegen mag, dass mein Vorstellungsvermögen einfach nicht ausreicht.

Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Ein solider Thriller den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

 

Rezension: Yrsa Sigurðardóttir – DNA

 Yrsa Sigurðardóttir: DNA; Anika Wolff (Übersetzer); btb; ebook 480 S.; €14,99
Yrsa Sigurðardóttir: DNA; Anika Wolff (Übersetzer); btb; ebook 480 S.; €14,99

 

Inhalt:

In Island werden zwei Frauen brutal ermordet. Alles deutet darauf hin, dass es sich um den selben Täter handelt, aber die Opfer scheinen in keinem Zusammenhang zu stehen.

Die Polizei steht vor einem Rätsel. Kommissar Huldar muss mit der Psychologin Freyja zusammenarbeiten, die sich um die Tochter eines der Opfer kümmert, die siebenjährige  Margrét, die einiges aussagen könnte…

Huldar und Freyja haben nach einer gemeinsam verbrachten Nacht, in der Huldar seine Identität verschwieg, ein angespanntes Verhältnis. Überhaupt hat Huldar ein ziemlich merkwürdiges Verhältnis zu Frauen, und dass dies sein erster großer Fall in eigener Regie ist, hilft auch nicht wirklich.

Meine Meinung:

Nach langer Zeit mal wieder ein Thriller der zu lesen lohnte. Sehr spannend, total unvorhersehbar, dennoch toll aufgelöst.

Dies ist der Beginn einer Serie, und ich könnte mir vorstellen, auch zukünftige Folgen zu lesen.

Der Kommissar macht zwar einen etwas verpeilten Eindruck, war zum Teil auch etwas schnell mit Verdächtigungen und Anschuldigungen dabei, ist absolut kein Überflieger, und auch nicht super sympathisch, wenn man sich seine Frauengeschichten anguckt. Trotzdem scheint er solide zu sein, und sich bessern zu wollen. Na, mal sehen.
Überhaupt sind alle Charaktere gut ausgearbeitet, keiner bleibt blass. Der Schreibstil ist flüssig (zumindest in der Übersetzung), und man kann das Buch kaum aus der Hand legen.
Die Spannung wird die ganze Zeit über gehalten, obwohl man zwischendurch verzweifeln möchte, weil alles so undurchsichtig ist und man nicht den Schimmer einer Ahnung hat, was die Motivation des Killers ist, und wer wohl sein nächstes Opfer sein wird.
Natürlich gibt es Spuren, aber ich persönlich war bis zum Schluss auf der völlig falschen Fährte, ich wusste jedenfalls nur wer es ganz bestimmt nicht war.
Netterweise erspart uns die Autorin auch blutige Details, obwohl wir die Mordmethoden erfahren. Es bleibt aber dem Leser überlassen, ob er sich das im Detail ausmalen möchte oder nicht.

Absolut lesenswert für alle Thrillerfans.

 

Herzlichen Dank an btb für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.