Rezension: Martin Krist – Stille Schwester (Alanna 2)

 

Inhalt:

Ein Serienkiller hält die Berliner Polizei — besonders das Team um Henry Frei und Louisa Albers — in Atem.

Zusammenhänge zwischen den ermordeten Personen scheint es nicht zu geben, aber der Täter hinterlässt Botschaften am Tatort, so dass eine wilde Jagd beginnt, um den nächsten Mord zu verhindern.

Natürlich gibt es noch diverse andere Fälle, die die Aufmerksamkeit unseres Teams beanspruchen, unter Anderem ein verschwundener Teenager.

Meine Meinung:

Mit ‘Stille Schwester’ hat Martin Krist erneut einen Thriller vorgelegt, der es in sich hat.

Trotz des Hinweises im Titel, dass es ein zweiter Band zu einem Thema ist, ist es nicht erforderlich den ersten Band zu kennen, um Stille Schwester folgen zu können. Man sollte sich allerdings selbst den Gefallen tun und den ersten Band lesen…

Wie gewohnt bei Martin Krist, bekommt man alles, was einen spannenden Thriller ausmacht, und das Rätselraten und Bibbern fängt schon mit dem Prolog an!

Der Spannungsbogen wird durch das gesamte Buch aufrecht erhalten, man fiebert mit, und verdächtigt die falschen Personen. Die Auflösung ist schlüssig, die Charaktere glaubwürdig.

Obwohl die Fälle aufgeklärt werden bleiben so einige Fragen offen, was ich persönlich unbefriedigend finde — und die Fortsetzung lässt noch auf sich warten.

Trotzdem sehr zu empfehlen, nicht nur für Fans von Martin Krist.

Advertisements

Masaji Ishikava – A River in Darkness

Masaji Ishikawa: A River in Darkness: One Man’s Escape from North Korea; Risa Kobayashi – Übersetzer, Martin Brown – Übersetzer; Brilliance Audio; 5h54, Sprache: Englisch; € 16,58

 

Dies war kürzlich der Daily Deal bei Audible, und weil es sich interessant anhörte, habe ich es gekauft. Und angehört. Leider scheint es keine deutsche Übersetzung zu geben, aber wer englisch kann, sollte es unbedingt lesen oder hören. (Es ist als ebook kostenlos mit kindle unlimited).

Die Flucht im Untertitel macht nur einen relativ geringen Teil der Geschichte aus. Es geht hauptsächlich um das Leben, oder vielmehr Sterben in Nord Korea.

Nord Korea ist ja seit geraumer Zeit hier in den Schlagzeilen, aber da geht es es um die militärische Bedrohung für die gesamte Welt, die das Land repräsentiert.

Selbstverständlich wird das Militär im Buch auch erwähnt, aber es geht insbesondere um die erschreckenden Lebensumstände der Bevölkerung, denen diese schon seit Jahrzehnten ausgesetzt ist.

Natürlich ist uns allen bekannt, dass ein totalitäres Regime die Bevölkerung bespitzelt und unterdrückt, einsperrt, Gehirnwäschen unterzieht, oder erschießt, und aus unserer eignen Geschichte wissen wir, dass Planwirtschaft und der sogenannte Sozialismus zu großem Mangel an so ziemlich Allem führt, was man fürs Leben so braucht, und wie schrecklich die Bespitzelung und Gewaltherrschaft sind.

Aber dass als Folge von Planwirtschaft und Bürokratie eine ganze Bevölkerung verhungert war mir persönlich nicht gegenwärtig.

Masaji Ishikawa zeichnet ein erschreckendes Bild der Zustände in Nord Korea von Anfang der 1960er Jahre bis heute. Die Hoffnungslosigkeit, die Perspektivlosigkeit, der ständige Hunger und der Mangel an Komfort sowie an Hygieneeinrichtungen werden eindrucksvoll geschildert, desgloeichen die Willkür derer, die die Macht haben.

Das Buch endet damit, dass es dem Autor in Japan anfangs materiell nicht wesentlich besser geht als in Nord Korea: er wurde gar für einen Spion gehalten.

Meine online Suche ergab wenigstens diesen Link.

Die Geschichte ist also leider noch nicht zu Ende, und von einem Happy End keine Spur.

Das Buch hat mich sehr berührt, und ich bin entsetzt, dass man so gar nichts machen kann. Leider sind die Chinesen, die eventuell helfen könnten, ja politisch nicht sehr weit von den Nordkoreanern entfernt, und natürlich spielen die Medien (Zeitungen, Fernsehen) mal wieder eine sehr negative Rolle, und die japanische Regierung ist auch nicht besonders hilfreich.

Ich hoffe, dass die zurückgebliebene Familie des Autors noch lebt, und dass es ihm irgendwann irgendwie gelingt, sie nach Japan zu holen.

Die Erzählung wurde übrigens von Brian Nishii hervorragend gelesen.