Rezension: Martin Krist – Stille Schwester (Alanna 2)

 

Inhalt:

Ein Serienkiller hält die Berliner Polizei — besonders das Team um Henry Frei und Louisa Albers — in Atem.

Zusammenhänge zwischen den ermordeten Personen scheint es nicht zu geben, aber der Täter hinterlässt Botschaften am Tatort, so dass eine wilde Jagd beginnt, um den nächsten Mord zu verhindern.

Natürlich gibt es noch diverse andere Fälle, die die Aufmerksamkeit unseres Teams beanspruchen, unter Anderem ein verschwundener Teenager.

Meine Meinung:

Mit ‘Stille Schwester’ hat Martin Krist erneut einen Thriller vorgelegt, der es in sich hat.

Trotz des Hinweises im Titel, dass es ein zweiter Band zu einem Thema ist, ist es nicht erforderlich den ersten Band zu kennen, um Stille Schwester folgen zu können. Man sollte sich allerdings selbst den Gefallen tun und den ersten Band lesen…

Wie gewohnt bei Martin Krist, bekommt man alles, was einen spannenden Thriller ausmacht, und das Rätselraten und Bibbern fängt schon mit dem Prolog an!

Der Spannungsbogen wird durch das gesamte Buch aufrecht erhalten, man fiebert mit, und verdächtigt die falschen Personen. Die Auflösung ist schlüssig, die Charaktere glaubwürdig.

Obwohl die Fälle aufgeklärt werden bleiben so einige Fragen offen, was ich persönlich unbefriedigend finde — und die Fortsetzung lässt noch auf sich warten.

Trotzdem sehr zu empfehlen, nicht nur für Fans von Martin Krist.

Rezension: Michael Kibler – Treueschwur

Michael Kibler: Treueschwur, Piper; Taschenbuch; 384 S.; €13,00

Klappentext:

Während eines Kongresses der Gerichtsmediziner in Darmstadt wird bei Renovierungsarbeiten im Kongresszentrum ein Schädel gefunden. Steffen Horndeich und Leah Gabriely von der Mordkommission finden heraus, dass der Besitzer des Schädels vor sehr langer Zeit verstorben sein muss. Ganz anders sieht es bei den Skelettresten aus, die wenig später in einem Waldgebiet auftauchen: Das Mordopfer kann noch nicht so lange tot sein. Schon die Feststellung der Identität wird zu einem komplexen Puzzlespiel. Und dann mehren sich die Hinweise, dass ausgerechnet der Schädel bei der Lösung des Falls eine wichtige Rolle spielen könnte.

Meine Meinung:

Treueschwur ist der erste Krimi von Michael Kibler den ich gelesen habe.
Anfangs habe ich ein bisschen gebraucht, um die verschiedenen Personen einordnen zu können, aber dafür, dass dies schon der 10. Band einer Reihe von Krimis ist die ich alle nicht kenne, ging es dann doch erstaunlich schnell, und das Buch zog mich schnell in seinen Bann.
Ich würde es mal als ‘sauberen’ Krimi bezeichnen, es gibt keine ‘ekligen’ Details, und obwohl es natürlich Gewalt gibt — schließlich geht es unter Anderem um einen Mord — ist es nicht so haarsträubend und erschreckend wie in manch anderem Krimi den ich kenne, und von daher sehr glaubwürdig. Die Geschichte um den Schädel ist von der Idee her grandios, und das Ermittlerteam ist großartig und hat mir gut gefallen.
Die Art und Weise wie die Ermittlungen durchgeführt werden hören sich für mich als Laien durchaus glaubwürdig an, und alles ist in sich schlüssig.
Der Schreibstil ist gut und flüssig, verliert sich jedoch gelegentlich in zu detaillierten Beschreibungen irgendwelcher Automarken, was mich dann veranlasste, diese Stellen quer zu lesen.
Jemand der sich für Autos interessiert kommt hier sicher voll auf seine Kosten; für mich persönlich hat es nichts zur Geschichte beigetragen.

Wer gerne solide, glaubwürdige Krimis liest ist mit Treueschwur sehr gut beraten.

Rezension: Dinah Jefferies: Die Tochter des Seidenhändlers

Dinah Jefferies: Die Tochter des Seidenhändlers (orig: The Silk Merchant’s Daughter), übersetzt von Angela Koonen; Bastei Lübbe; broschiert, 416 S., 15€

Inhalt:

Vietnam in den 1950er Jahren:
Nicole, Tochter eines französischen Vaters und einer (toten) vietnamesischen Mutter, ist gerade 18 geworden. Sie bekommt einen kleinen Seidenladen, während ihre fünf Jahre ältere Schwester Sylvie komplett in das Familiengeschäft eingebunden wird.
Nicole verliebt sich, aber durch den Krieg der Vietminh gegen die französischen Besatzer weiß sie bald nicht mehr, wem sie trauen kann, und auf welcher Seite sie steht.

Meine Meinung:

Mit ‘Die Tochter des Seidenhändlers’ ist Dinah Jefferies ein faszinierender Roman gelungen. Über die Zeit der französischen Besetzung Vietnams war mir vorher nichts bekannt, und so war ich dann sehr gespannt auf das Buch. Ich wurde nicht enttäuscht. Man erfährt einiges über die Kultur Vietnams, sowie darüber, wie es zu der Teilung des Landes überhaupt kommen konnte. Wie in so vielen anderen Ländern, beginnen die politischen Unruhen und Kämpfe damit, dass die Ureinwohner endlich die Fesseln der Besatzer abschütteln wollen. Natürlich stellt das eine Zerreißprobe dar, denn inzwischen gibt es viele Familien, die gemischt sind. So auch Nicole: über ihre vietnamesischen Wurzeln weiß sie praktisch nichts, lernt aber nach und nach, dass es neben der französischen auch eine vietnamesische Seite in ihr gibt, und sie muss sich entscheiden, wo sie hingehört.
Natürlich ist das nicht leicht, sie sieht die Fehler und Grausamkeiten beider Seiten.
Dass nichts nur schwarz oder nur weiß dargestellt wurde, betrachte ich als eine große Stärke des Romans. Entsprechend hin- und hergerissen ist Nicole auch. Sie fühlt sich zu keiner Seite 100% zugehörig, und wird von keiner Seite vollkommen akzeptiert.
Irgendwie muss sie ihren Weg in diesem zerrissenen Land finden, und das ist nicht leicht.

Die ersten beiden Drittel des Buches waren sehr spannend und anschaulich beschrieben, im letzten Drittel war die Luft jedoch raus.
Die Charaktere bleiben recht farblos, und Nicole bleibt trotz allem, was sie erlebt hat, sehr vertrauensselig und naiv. Das konnte mich nicht richtig überzeugen. Allerdings waren die Umstände sehr schwierig, so dass ich ihre Entscheidungen nicht gänzlich unverständlich fand. Die Absätze erscheinen zum Teil recht übergangslos, was abgehackt wird und den Lesefluss unterbricht.
Schön ist der kurze historische Abriss am Ende des Buches, welcher dabei hilft, die Geschehnisse zeitlich einzuordnen.
Insgesamt ein sehr lesenswerter historischer Roman, wenngleich ich mir gewünscht hätte, dass die Charaktere besser herausgearbeitet worden wären.

Vielen Dank an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar und die Leserunde.

Rezension: Olivier Bourdeaut – Warten auf Bojangles

Olivier Bourdeaut: Warten auf Bojangles, aus dem frz. übersetzt von Norma Cassau; Piper, Hardcover, 158 S., 18,00€

Wenn es ginge, würde ich diesem Buch sechs Sterne geben, dabei ist es schwer, in Worte zu fassen, warum.

Es ist poetisch, eindringlich, lustig, traurig, verrückt, wundervoll — mir fehlen die Adjektive.
Es ist ein Büchlein (aber schön ausgestattet, sogar mit Lesebändchen), und jede/r sollte die Zeit finden, es zu lesen. Am Besten igelt man sich für ein paar Stunden ein und taucht ab. Aber Achtung: man sollte sich nicht nur mit Getränken, sondern auch mit Taschentüchern ausrüsten. Man wird sie brauchen, und das nicht nur wegen des Verlaufes, den die Geschichte nimmt, sondern weil sie einfach zum heulen schön ist.
Ich werde gar nicht versuchen, den Inhalt zu beschreiben, denn man kann diese Achterbahn der Gefühle sowieso nicht in Worte fassen.
Es fängt recht lustig an, und irgendwie ist es auch verrückt, aber dann mehren sich die ernsten Momente, bis man zu dem Punkt kommt, wo man Böses ahnt, und die Luft anhält… Trotzdem war ich auf das Ende nicht vorbereitet. Vielleicht hätte ich es den Andeutungen entnehmen können, und unterbewusst habe ich es auch gemacht, aber ich wollte es nicht wissen.
Tja, und da saß ich dann mit verweinten Augen — und ich bin nicht der sentimentale Typ.
Es ist aber alles so realistisch beschrieben, auch wenn es so grotesk wirkt. Ich habe ähnliche Situationen in meinem Leben erlebt, vielleicht ging es mir deswegen so unter die Haut.
Egal, welche Genres man gerne liest, dies ist ein Buch das sicher jeden ansprechen wird.

Ich danke dem Piper Verlag und Literaturschock für das Rezensionsexemplar.

Review: Mike Shelton – The Dragon Orb (The Alaris Chronicles Book 1)

Mike Shelton:The Dragon Orb (The Alaris Chronicles Book 1); Kindle edition, 260p., 0,99€ (preorder)
Mike Shelton:The Dragon Orb (The Alaris Chronicles Book 1); Kindle edition, 260p., 0,99€ (preorder)

Like in the Cremolino Prophecy trilogy, Mike Shelton manages to sweep us into a world full of imagination, adventure, and magic.
There is a conspiracy thriving to push the kingdom into turmoil, and this is closely linked to a barrier which has separated the Elvyn land and the kingdom for 150 years, but which is now coming down.
What will be the consequences?

We have various characters: the good ones, the evil ones, and those on who the verdict is still out.

The chief characters are young wizards, supported by other young people. They need to do something to save their country from civil war. Whose side will they take? Can they be influenced in one way or the other, or are they at liberty to choose their loyalties themselves?

I really enjoyed this novel, it has everything you can wish for, but there is one thing that made me
subtract a star: this story would be very unsatisfying as a stand-alone, and although it doesn’t end in a complete cliffhanger, it is clear that it needs more books to fully explain the goings-on.
I hope we won’t have to wait for too long for the sequels, and I hope there’ll be an audio version at some point, too.

This was an Advance Reader Copy, provided to me by the author. Many thanks.

Papierverzierer Challenge 2017

papierverziererchallenge2017

Anstatt einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen, habe ich heute unendlich viel Zeit damit verdaddelt meine abonnierten Blogs zu browsen, herauszufinden wie man einem WP Blog nicht mehr folgt (unmöglich), und so weiter. Darüber sind ein paar Stunden ins Land gegangen, aber ich habe einen neuen Challenge entdeckt, und zwar von einem Verlag, der mich mit seinem Programm und seinen Aktionen sehr anspricht: der Papierverzierer Verlag mit dem Papierverzierer Challenge. Ein offizielles Logo scheint es nicht zu geben, also habe ich flugs mal das Verlagslogo genommen und ein bisschen Text eingefügt.

Der Challenge geht vom 01. Januar bis 20 Dezember 2017 (ich habe also schon fast vier Wochen ‘verloren’, und die Details sowie das Anmeldeformular findet ihr hier  (oder auf das Logo klicken)

Hier werde ich versuchen, meine Ergebnisse festzuhalten, der besseren Übersicht wegen (aber natürlich auch auf der eigentlichen Challengeseite).

Gelesene bzw gehörte Bücher mitpassenden Buchstaben,sowie zu lesende/hörende Bücher

P Path of Destiny, The (The Cremelino Prophecy #1)
A Age of Myth (The Legends of the First Empire #1)
P Path of Decisions, The (The Cremolino Prophecy #2)
I Invisible Library – Burning Page
Ember in the Ashes, An (book #1)
R Reckoners #1 – Steelheart
V Very English Scandal, A
Evil Genius, The 
R Riyria Chronicles # 3 – The Death of Dulgath
Z
I Initials Only
E
R
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R
V                                                                                                                                                                              E
R
L Last Song before Night
A
G Giordano Bruno # 2 – Prophecy

Rezension: Sabine Weiss – Die Tochter des Fechtmeisters

Sabine Weiß: Die Tochter des Fechtmeisters; Bastei Lübbe; Taschenbuch, 703 S., € 11,00
Sabine Weiß: Die Tochter des Fechtmeisters; Bastei Lübbe; Taschenbuch, 703 S., € 11,00

Inhalt:

In dem Roman: Die Tochter des Fechtmeisters, geht es unter anderem um die verschiedenen Fechtbruderschaften im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, und um die Glaubensstreitigkeiten während der Herrschaft Kaiser Rudolph II.

Der Weg der Protagonisten führt von Rostock nach Frankfurt und Prag, wo es zum ‘Showdown’ kommt.

Clarissa ist die Tochter eines bekannten und geachteten Fechtmeisters. Da sie das einzige Kind ist, hat sie frühzeitig fechten gelernt. Damals wurde noch überwiegend mit dem Schwert gefochten, das leichtere Rapier kam erst später auf.

Clarissa muss sich ihrer Haut erwehren als ihr Vater ermordet wird. Sie macht das ganz gut, hat aber auch Hilfe auf ihrem weiteren Weg, der sie letztendlich nach Prag führt, denn sie muss versuchen, den Mord an ihrem Vater aufzuklären. Die Situation ist überall im Reich bedrohlich, denn es ist eine religiöse Verschwörung im Gange, und Clarissa und ihre Freunde sind mittendrin.

Meine Meinung:

Sabine Weiß ist ein großartiger historischer Roman gelungen. Es gelingt ihr meisterlich, die verworrenen politischen und religiösen Verhältnisse der Zeit aufzudröseln und in eine spannende Geschichte einzubinden. So entsteht ein plastisches Bild der Verhältnisse im heiligen römischen Reich des beginnenden 17. Jahrhunderts. Die Charaktere sind durchweg facettenreich, und sie machen eine Entwicklung durch. Natürlich entstehen dabei ein paar Längen, aber ich empfand sie nicht als störend, einzig die ganzen Fechtbegriffe habe ich überflogen, mit denen konnte ich nichts anfangen, aber für jemand, der sich mit der Materie auskennt, steigern sie vermutlich die Authentizität. Die Sprache ist gut, der Schreibstil flüssig. Es gibt ein paar Nebenstränge, wo ich denke, die Autorin ist ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen, und die mich nicht überzeugen konnten, aber insgesamt liegt mit ‘Die Tochter des Fechtmeisters’ ein Roman vor, der dem Genre ‘Historischer Roman’ alle Ehre macht, und mir eine Zeit nahe gebracht hat, mit der ich mich vorher nicht wirklich beschäftigt hatte.

Ich kann diesen Roman jedem Liebhaber des Genres sehr empfehlen, und auch wenn man nicht unbedingt ein Freund historischer Romane ist, dürfte man seine Freude daran haben.

Vielen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Manuskriptes, und an Sabine Weiß für die Begleitung der Leserunde.